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Im Gespräch : Warum bauen Sie ein Labyrinth, Signor Ricci?

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Franco Maria Ricci, wie Burkhard Neie ihn sieht Bild: F.A.Z.

Franco Maria Ricci baut auf seinem Grundstück den größten Irrgarten der Welt. Wir treffen ihn auf seinem weitläufigen, etwas versteckt gelegenen Anwesen westlich von Parma.

          Sie tragen eine rote Blume aus Kunststoff im Knopfloch, die auch auf allen Fotos von Ihnen zu sehen ist. Ihre ständige Begleiterin?

          Ja, ich trage sie immer. Seit fast vierzig Jahren. Ich bin eng mit Ottavio Missoni befreundet, der sie mir 1973 bei einem Abendessen angesteckt hat. Seitdem habe ich sie nicht mehr abgelegt. Inzwischen habe ich etwa zwanzig Exemplare, weil immer mal eine Blume verlorengeht oder zerbricht oder ich sie verlege. Ein Spiel.

          Das Emblem des Kunstfreunds, des Ästheten?

          Ich frönte auch anderen Leidenschaften. Ich hatte mal einen Jaguar E, mit dem habe ich die 110 Kilometer von Parma nach Mailand in 32 Minuten geschafft - allerdings gab es damals auf der Autostrada noch keine Mautstationen.

          Und studiert haben Sie auch etwas Kunstfernes, nämlich Geologie.

          Meine Begeisterung für die Kunst ist älter. Als ich zehn war, hat mir mein Vater am Wochenende fünftausend Lire in die Hand gedrückt und gesagt: "Du fährst jetzt nach Siena, und wenn du wieder hier bist, erzählst du mir, was du gesehen hat." So habe ich Florenz, Lucca, Pisa und viele andere Orte besucht. Mit fünfzehn kannte ich mich gut aus in der italienischen Kunst, mit achtzehn war ich Experte. Als ich Abitur machte, sagte ich mir: "Sprache und Kunst kannst du, Naturwissenschaften nicht." Deshalb habe ich Geologie studiert.

          Lange haben Sie es mit der Geologie nicht ausgehalten. Sie sind bald zur Kunst zurückgekehrt . . .

          Das war 1963, da hab ich für ein Studententheaterfestival das Plakat entworfen, das später vom Museum of Modern Art in New York in seine Sammlung aufgenommen wurde. Kurz danach habe ich Giambattista Bodoni für mich entdeckt. Die zwanzig Millionen Lire, die mir meine Mutter damals für einen Ferrari schenkte, habe ich in zwei alte Buchpressen investiert, um Bodonis Hauptwerk, das "Manuale Tipografico", neu aufzulegen.

          Grafischer Gestalter war aber nur einer Ihrer vielen Berufe.

          Ein Beruf, den es heute kaum mehr gibt. In Italien so wenig wie in Deutschland. Das haben alles die Werbeagenturen übernommen. Und denen geht es nur darum, ein Image, eine Marke zu kreieren. Mein Anspruch war immer, der Firma, die mich beauftragt hatte, ein Gesicht zu geben.

          Wie Sie es Ihren Zeitschriften verpasst haben.

          Ich habe damals Willy Fleckhaus kennengelernt, einen der großen Stilisten des grafischen Designs. Er hat mich mit seinen Studenten besucht, als er das F.A.Z.-Magazin vorbereitete, dem er dann das schwarz hinterlegte Cover als Markenzeichen gab.

          Das Magazin gibt es nicht mehr, es wurde 1999 eingestellt.

          Schade. In Italien sind solche Beilagen sehr erfolgreich. Schauen Sie sich den "Corriere" oder die "Repubblica" an, die haben inzwischen zwei solche Supplemente die Woche und verdienen gutes Geld damit.

          Ihr berühmtestes Magazin, das Sie 1982 gründeten und in fünf Sprachen, auf Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch und von 1986 an auch auf Deutsch herausgaben, trug als Titel nur ihre Initialen: "FMR", ein Wortspiel. "Ephemer" ist die Zeitschrift, die Sie unbescheiden die beste der Welt nannten, sicher nicht geblieben, auch wenn sie 2003 mit Nummer 162 eingestellt wurde. Doch Ihr neues Projekt hat ein ganz anderes Kaliber: Sie haben begonnen, ein Labyrinth zu bauen. Warum?

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