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„Brief an Europa“ : Wir Europäer haben Mr. Hyde in uns

  • -Aktualisiert am

Was kann Dr. Jekyll für die Taten von Mr. Hyde? Bild: Picture-Alliance

Es gibt nicht das gute und das böse Europa, eher schon das zwiegespaltene: Wir wissen, was zu tun ist, um viel Elend zu lindern. Aber die politische Praxis sieht anders aus. Ein Gastbeitrag.

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          Neulich erhielt ich eine Mail von Aisha Al-Gaddafi, der einzigen Tochter des ehemaligen Diktators Libyens. Wir waren miteinander nicht bekannt. Trotzdem schrieb Frau Gaddafi recht zutraulich, sie wolle mir 27,5 Millionen Dollar anvertrauen, wenn ich ihr helfen würde, das Geld in meinem Land zu investieren. Sie würde mich fürstlich entlohnen, mit einer Kommission in Höhe von dreißig Prozent. Sie bat mich, dringend mit ihr in Verbindung zu treten.

          Natürlich habe ich nicht geglaubt, dass mich tatsächlich Frau Gaddafi anschreibt. Es war ja nicht das erste Mal, dass ich in dieser Form kontaktiert worden war. Wahrscheinlich haben auch Sie zumindest einmal im Leben ein derartiges Schreiben erhalten, früher einen Brief, kurzzeitig ein Fax, seit längerem eine E-Mail. Das Einfädeln eines Betrugs.

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