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Hund und Herr : Was Putin an Koni schätzt

  • -Aktualisiert am

Angela Merkel, Koni und Wladimir Putin im Januar 2007 bei einem Treffen in Sotchi Bild: AFP

Putin soll bei Merkels Besuchen in Moskau seinen Labrador Koni nur hinzugezogen haben, weil er von der Abneigung der Kanzlerin gegen Hunde wusste? Nur eine Verschwörungstheorie. Allerdings verdankt der russische Ministerpräsident seiner Hündin einiges.

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          Wladimir Putin, der aus einer unguten Leningrader Hinterhofgegend zum mächtigsten Mann von Russland aufstieg, liebt große, starke, aber treue Hunde. Das hat möglicherweise damit zu tun, dass um die Baskow-Gasse, wo der kleine Wolodja Putin mit seinen Eltern in einer Einzimmerwohnung lebte, das Gesetz der Wölfe herrschte, wie Nachbarn von damals bezeugen.

          Kerstin Holm
          Redakteurin im Feuilleton.

          Die älteren Jungen zwangen die Kleineren, zu denen der spätere Präsident gehörte, sie zu bedienen. Diese Erfahrung mag ihn davon überzeugt haben, dass auch unter Zweibeinern am ehesten auf ergebene Kampfhunde Verlass ist.

          Putins wirksamstes Regierungsinstrument ist die Furcht. Wenn er Angela Merkel in Moskau bei sich empfing, ließ er sie stets von seiner riesigen schwarzen Labradorhündin Koni beschnuppern, die ihren Namen als Hommage an die frühere amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice tragen soll. Möglicherweise hoffte der Gastgeber, das zottige Tier könne die Bereitschaft der Bundeskanzlerin, ihm in energiepolitischen Fragen Zugeständnisse zu machen, steigern. Denn angeblich hatte Putin erfahren, dass Frau Merkel Hunde fürchtet, weil sie als junges Mädchen einmal gebissen wurde. Tatsächlich erinnern sich Journalisten, die Bundeskanzlerin habe in Gegenwart von Koni wie versteinert gewirkt. Viele von Merkels Begleitern gaben sich regelrecht empört über Putins sadistische Ader.

          Ein schönes Gefühl

          Doch im Internet wurde das längst als Verschwörungstheorie enttarnt. Koni, die vor allem dadurch bekannt wurde, dass sie bei Pressekonferenzen den Journalisten die Kekse wegfraß, hatte ja stets brav vor Merkel Platz gemacht. Ihr Herrchen zitierte unlängst Friedrich den Großen mit dem wehmütigen Ausspruch, je mehr er die Menschen kennenlerne, desto mehr liebe er die Hunde. Putin gab sogar zu, dass er sich in niedergeschlagener Stimmung manchmal von Koni beraten lasse.

          Anlass dürften nicht zuletzt seine treuen Geheimdienstkameraden aus Petersburg geben, die er, um den Respekt vor der Staatsmacht wiederherzustellen, durch immer neue Vollmachten von der Kette ließ. Doch die Gewaltklans haben zwar ihre Bissigkeit bewiesen, geraten aber zusehends außer Kontrolle. Wenn Angela Merkel bei Konis Anblick kaum merklich zusammenzuckt und diese dann Putin aufs Wort gehorcht, so gibt ihm dies das schöne Gefühl, er sei wirklich einmal Herr der Lage.

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