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Filmbranche in der Krise : Hollywoods Untergang

Der legendäre Eingang zu den Paramount-Studios. Der Streamingdienst Paramount plus startet in diesem Jahr Bild: Getty

Nach Debatten um Rassismus und Sexismus kommt nun die ökonomische Krise des Hollywood-Kinos. Die Studiobosse glauben, dass Streaming ihre Rettung sei. Womöglich ist es aber ihr Ende.

          7 Min.

          Das Ende von Hollywood, fürs große Publikum verständlich nacherzählt, wäre eher ein Spielfilm als eine Serie – mehr als zwei Stunden brauchte man nicht, um der Katas­trophe eine schöne narrative Form zu ge­ben. Es wäre allerdings kein Action- und schon gar kein Superheldenfilm. Eher ein Drama fürs erwachsenere Publikum, ein Film, in dem viel gesprochen, telefoniert und intrigiert würde. Und am Schluss sä­he man die Menschen, die am Anfang noch über rote Teppiche schritten, in der „Polo Lounge“ immer einen Tisch bekamen und Meryl Streeps private Mobilnummer jederzeit anrufen durften, wie sie kleine Kartons mit ihren persönlichen Dingen hinaustrügen aus schicken Büros, die jetzt nicht mehr die ihren wären. Vielleicht hinge eine Tafel „For Sale“ am Gartentor einer großen Villa, zum Zeichen, dass demnächst ganz Hollywood unter den Hammer kommt.

          Claudius Seidl
          Redakteur im Feuilleton.

          Die „New York Times“ hat den Anfang vom Ende auf den August des Jahres 2020 datiert – auf jene Woche vor eineinhalb Jahren also, in der das stolze, traditionsreiche und einst für seinen harten, lebensnahen Stil berühmte Studio Warner Brothers zum Schauplatz eines ziemlich grausamen Showdowns wurde. Die Telefon­gesellschaft AT&T, der das Studio gehört, teilte mehr als hundert Angestellten mit, dass sie gefeuert seien – darunter ziemlich vielen aus den Chefetagen. Menschen, die sich für wichtig, mächtig und sehr besonders gehalten hatten, schon weil sie doch nicht bloß irgendein Produkt herstellten, sondern Träume, Wünsche, Sinn. Wofür sechs- bis siebenstellige Jahresgehälter das Mindeste seien.

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