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Werteunterricht für Migranten : Durchschaubare Strategie

Ethik-Unterricht gibt es schon lange in Deutschland. Bild: Picture-Alliance

Der Vorschlag der Unions-Fraktionschefs, einen Werteunterricht für Migrantenkinder einzuführen, zeigt vor allem eins: Wie weit erstere von der Schulwirklichkeit entfernt sind.

          Wann immer ein gesellschaftliches Defizit erkennbar wird, muss es die Schule richten. So soll der Werteunterricht für Migrantenkinder die Integration erleichtern. Abgesehen davon, dass es dafür weder Lehrer noch Stunden gibt, bieten die meisten Länder als Ersatzfach für den Religionsunterricht ohnehin schon Werte und Normen oder Ethik an. Der Vorschlag der Unions-Fraktionschefs zeigt, wie weit sie von der Schulwirklichkeit entfernt sind.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die sprachlichen Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen sind nach einem Intensivkurs zur Vorbereitung für den Regelunterricht so brüchig, dass daran gar nicht zu denken ist. Wer die Texte im Sprachunterricht klug auswählt, kann viel über Demokratiedenken und zivilisatorische Umgangsformen vermitteln. Werte und Normen isoliert lehren zu wollen dürfte sich bei Flüchtlingskindern als ebenso erfolglos herausstellen wie bei Einheimischen. Solange die überzeugenden Vorbilder fehlen und der gelebte Alltag nicht gelingt, handelt es sich nur um den durchschaubaren Versuch, alle Verantwortung den ohnehin schon überforderten Schulen zuzuschieben.

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