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Kleine Unis : Die Hybris der Ranker

  • Aktualisiert am

Kleine Uni mit großem Mammuth: die University of Alaska in Fairbanks Bild: Picture-Alliance

Ein Ranking der „Times Higher Education“ hat jetzt die angeblich besten kleinen Universitäten der Welt bestimmt. Verzerrte Ranglisten wie diese richten großen bildungspolitischen Schaden an.

          Das California Institute of Technology, die Ecole Polytechnique in Paris und die Scuola Superiore Sant’Anna in Pisa sind nach einem am Freitag veröffentlichten Ranking der „Times Higher Education“ die drei besten kleinen Universitäten der Welt. Nach den Testkriterien muss eine kleine Universität weniger als fünftausend Studenten und mindestens vier Forschung- und Lehrbereiche haben – und sie muss in der neuesten Ausgabe des World-University-Rankings der „Times Higher Education“ vertreten sein. Erstaunlich!

          Eine Universität, welche die ersten beiden Kriterien erfüllt, aber nicht in der Times-Liste vertreten ist, wäre demnach was: eine große Universität, eine unbedeutende Universität, eine Majestätsbeleidigung? Die „Times Higher Education“, die mit lückenhaften Belegen, fragwürdigen Kriterien und unterbesetzter Redaktion ein verzerrtes Hochschulranking nach dem anderen auf den Markt spült und damit großen bildungspolitischen Schaden anrichtet, deckt hier die selbstreferentiellen Schleifen auf, in denen sich die Ranking-Industrie bewegt, ebenso ihre Hybris: Was wir nicht ranken, das gibt es nicht. Es muss also nichts Schlechtes bedeuten, dass keine deutsche Universität unter den Top Ten auftaucht. Die Universität von Alaska in Fairbanks ist dort am unteren Ende noch untergekommen.

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