https://www.faz.net/-gqz-9g01n

Interview-Reihe „Auf ein Wort“ : Die Informationsflut erschlägt einen am Anfang

  • -Aktualisiert am

Andrea Duarte, 28 Jahre, Universität Mainz, 1. Semester Internationale Wirtschaft Bild: Cornelia Sick

Die Wirtschaftsstudentin Andrea Duarte aus Kolumbien muss sich an der Uni Mainz erst noch einleben. Was sie neben den hohen Mieten umtreibt, erzählt sie im spontanen Kurzinterview.

          Was liegt an diese Woche?

          Andrea Duarte: Ich habe zusammen mit anderen ausländischen Studenten einen Wiederholungskurs in Mathe. Da lernen wir alles, was man in Deutschland in der Oberstufe durchgenommen hat. Ich habe noch keine Ahnung, wie viel ich nachholen muss – hoffentlich nicht so viel. Meinen Wirtschafts-Bachelor habe ich in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, gemacht. Ich bin erst seit ein paar Wochen in Deutschland. In der nächsten Woche starten dann die richtigen Kurse.

          Was gefällt Ihnen an dem Fach, das Sie studieren?

          Ich mag, dass man in ganz verschiedene Bereich reinschnuppern kann. Und mit dem Abschluss kann man überall auf der Welt was anfangen.

          Und was stört Sie?

          Ich habe sechs Kurse. Mit Vor- und Nachbereitung plus Deutschlernen ist das schon ganz schön viel Arbeit. Überhaupt erschlägt einen die Informationsflut am Anfang ziemlich.

          Was wollten Sie Ihrem Unipräsidenten schon immer mal sagen?

          Die Studenten sollten mehr bei der Wohnungssuche unterstützt werden. Klar, es gibt ein bisschen Unterstützung, wenn man in Frankfurt was sucht. Da gibt es hier an der Uni auch ein Büro, bei dem man sich melden kann. Aber ich zum Beispiel wollte nach Worms ziehen und stand bei der Suche allein da.

          Ihr Lieblingsort an der Universität?

          Das moderne Gebäude für die Wirtschaftswissenschaften. Das erinnert mich an meine Uni in Bogotá. Die war architektonisch auch sehr modern.

          Und wohin gehen Sie auf keinen Fall, wenn Sie nicht müssen?

          Bis jetzt mag ich alles.

          Wo ist in der Universität der beste Ort zum Flirten?

          Wahrscheinlich die Mensa. Da gibt es einen Tisch, an dem alle Leute sitzen, die allein essen gegangen sind. Da kommt man schnell ins Gespräch.

          Wie wohnen Sie?

          Ich wohne in Worms zusammen mit meinem Freund. Er kommt auch aus Kolumbien und studiert Wirtschaft in Mannheim. Worms liegt zwischen Mainz und Mannheim. In diese Zwischenstadt zu ziehen war unser Kompromiss. Wir leben in einer Art Wohnheim und teilen uns die Küche mit anderen Bewohnern.

          Wie finanzieren Sie Ihr Studium?

          Ich bekomme ein Stipendium. Außerdem habe ich noch Rücklagen, von denen ich lebe.

          Wo gehen Sie abends am liebsten hin?

          Unter der Woche bin ich meistens so müde, dass ich in der Wohnung in Worms bleibe. Aber am Wochenende erkunden wir die Städte ringsum, also Mannheim, Mainz oder Wiesbaden.

          Was gefällt Ihnen an Mainz, was nicht?

          Mainz ist sehr touristisch. Das gefällt mir ganz gut. Es gibt nette, kleine Läden und einen schönen Weg am Fluss entlang. Blöd finde ich die hohen Mieten und dass es so schwer ist, eine Wohnung zu finden.

          Was wollen Sie nach dem Studium machen?

          Mein Freund und ich wollen in Deutschland bleiben. Er will seinen Doktor machen, und ich möchte einen Job finden.

          ***

          Andrea Duarte, 28 Jahre, Universität Mainz, 1. Semester Internationale Wirtschaft

          Aufgezeichnet von Mirjam Benecke

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Fall Lübcke : Erst am Anfang der Aufklärung

          Einige befürchten schon jetzt eine neue Serie rechtsextremer Gewalt. Dennoch wäre es falsch, aus der Wendung des Falles Lübcke voreilig Schlüsse zu ziehen. Anlass zur Sorge besteht gleichwohl.

          Früherer FPÖ-Vorsitzender : Strache nimmt EU-Mandat nicht an

          Bevor er in die aktive Politik zurückkehre, müssten die Hintergründe des „Ibiza-Videos“ aufgeklärt sein, sagt Österreichs früherer Vizekanzler Strache. Sein politisches Handeln habe sich außerdem immer auf Österreich bezogen.

          Neue Prognosen : Wird die Pkw-Maut zum Minusgeschäft?

          Interne Zahlen aus dem Verkehrsministerium zeigen: Aus den erhofften 500 Millionen Euro wird wohl nichts – schuld sind Veränderungen in der Fahrzeugflotte. Die Grünen geißeln das Lieblingsvorhaben von Verkehrsminister Scheuer als „teures und sinnloses Stammtischprojekt“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.