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Studenten-Boykott unterstützt : Oberlin College soll Millionen zahlen

  • -Aktualisiert am

„Gibson’s Food Mart and Bakery“ in Oberlin: Klein und unscheinbar. Bild: AP

Ein Studierender wird beim Klauen erwischt, Hunderte boykottieren einen Supermarkt, und ein amerikanisches Kleinstadt-College soll Millionen zahlen – weil es den Boykott unterstützt haben soll.

          Alles begann am Mittwoch, den 9. November 2016, als ein dunkelhäutiger Studierender erfolglos versuchte, zwei Flaschen Wein in „Gibson’s Food Mart and Bakery“ zu klauen, einem Laden in Oberlin, Ohio. Von einem Angestellten wird er erwischt, es kommt zu Handgreiflichkeiten.

          Die Bäckerei erhebt Anklage gegen den Dieb, der sich im Laufe des Verfahrens schuldig bekennt. Der Fall scheint schon abgeschlossen, da protestieren am nächsten Tag Hunderte Studierende des Oberlin College vor dem Kleinmarkt gegen vermeintlich „rassistisches Profiling“ von Gibson’s. Auf ihren Schildern steht in Großbuchstaben: „Kauft hier nicht – Das ist ein rassistisches Geschäft mit einer langen Tradition von Rassen-Profiling und Diskriminierung“ – dabei sind keine rassistischen Fehltritte der 1885 gegründeten Bäckerei aktenkundig.

          Geschäftsschädigende Verleumdung und üble Nachrede

          Selbst Universitätsvertreter hätten die Proteste unterstützt: College-Gelder seien verwendet worden, um Lebensmittel und Handschuhe für die Demonstranten zu kaufen, so heißt es in der Anklage. In der Tageszeitung „USA today“ zitiert Bäckereimiteigentümer David Gibson seinen Vater: „Mein ganzes Leben lang habe ich alles dafür getan, um Menschen mit Würde und Respekt zu behandeln. Und jetzt, kurz vor meinem Lebensende, werde ich als Rassist abgestempelt.“ Dabei könne mit dem Geständnis des Diebes von rassistischer Diskriminierung nicht länger die Rede sein. Das habe er so nicht hinnehmen können: 2017 zog die Gibson´s Bäckerei schließlich vor Gericht.

          Das gibt der Bäckerei Recht: Die Universität habe sich an geschäftsschädigender Verleumdung und übler Nachrede beteiligt. Es verurteilt das Oberlin College zu 44 Millionen Dollar Buße und Schadensersatz.

          Dagegen wehrt sich das College jedoch: Schulleiterin Carmen Twillie Ambar sagte in den CBS News: „Universitätsvertreter sind bei den Protesten anwesend gewesen, um die Sicherheit der Studenten und die Einhaltung der Gesetzte zu gewährleisten.“

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