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Interview-Reihe „Auf ein Wort“ : Im Wohnheim gibt es kein Internet

  • -Aktualisiert am

Peter Waweru, 24 Jahre, Universität Nairobi, 11. Semester Medizin Bild: Marcus Kaufhold

Der Medizinstudent Peter Waweru war für vier Wochen als Gaststudent an der Universität Frankfurt. Wie er Stadt und Campus erlebt hat, erzählt er im spontanen Kurzinterview.

          Was liegt an diese Woche?

          Peter Waweru: Meine letzte Woche an der Goethe-Universität hat begonnen. Ich bin insgesamt vier Wochen in Frankfurt. Eigentlich studiere ich in Nairobi Medizin. Heute bin ich im Labor für Mikrobiologie und später noch im Gesundheitsamt.

          Was gefällt Ihnen an dem Fach, das Sie studieren?

          Als Arzt kann ich den Menschen helfen. Vor allem in meiner Heimat in Kenia werden Ärzte gebraucht. An der Frankfurter Uniklinik ist das Lehrangebot wirklich gut. Die Dozenten nehmen sich viel Zeit und erklären auch komplizierte Dinge. Ich denke, dass ich davon profitieren kann.

          Und was stört Sie?

          Das Studium ist sehr zeitintensiv und vor allem in Kenia sehr teuer. Oft finde ich keine Zeit, um etwas mit Freunden zu unternehmen. Viele von ihnen verstehen das nicht und denken, ich suchte eine Ausrede.

          Was wollten Sie Ihrer Universitätspräsidentin schon immer sagen?

          In Frankfurt gefällt mir alles sehr gut. Nur im Studentenwohnheim in Niederrad gibt es kein W-lan. Das müsste geändert werden.

          Ihr Lieblingsort an der Universität?

          Da fallen mir viele Orte ein. Besonders gerne bin ich in der Bibliothek, weil ich dort in Ruhe arbeiten kann. Außerdem finde ich die Mensa gut, weil es dort gutes Essen gibt. Aber auch die Warteräume für die Patienten mag ich. Da gibt es Kaffeeautomaten.

          Und wohin gehen Sie auf keinen Fall, wenn Sie nicht müssen?

          Da fällt mir nichts ein. Ich gehe nicht gerne raus in die Kälte.

          Wo ist in der Universität der beste Ort zum Flirten?

          Ich denke, im Studentenwohnheim geht das besonders gut. Da lernt man nette Leute kennen.

          Wie wohnen Sie?

          Im Studentenwohnheim auf dem Campus in Niederrad.

          Wie finanzieren Sie Ihr Studium?

          Meine Eltern finanzieren mir mein Studium.

          Wo gehen Sie abends am liebsten hin?

          Nach der Uni gehe ich gerne spazieren, zum Beispiel auf die Zeil oder am Main.

          Was gefällt Ihnen an Frankfurt, was nicht?

          Die öffentlichen Verkehrsmittel sind großartig. Außerdem mag ich den Main sehr gerne. Mir gefällt auch, dass hier alles sehr effizient ist. Ich habe aber manchmal das Gefühl, dass mich die Menschen wegen meiner Hautfarbe anders behandeln. Wenn ich zum Beispiel abends, wenn es schon dunkel ist, aus der Straßenbahn aussteige, dann warten manche Leute, bis ich an Ihnen vorbeigelaufen bin, oder schauen mich etwas komisch an.

          Was wollen Sie nach Ihrem Studium machen?

          Natürlich Arzt werden. Ich interessiere mich besonders für Chirurgie und das öffentliche Gesundheitswesen.

          ***

          Peter Waweru, 24 Jahre, Universität Nairobi, 11. Semester Medizin

          Aufgezeichnet von Maximilian Koch.

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