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Förderatlas 2018 : Forschungsstärke ist stabil

Universitäten sind auf Drittmittel angewiesen. Bild: dpa

Laut dem Förderatlas 2018 ist die Drittmittelquote an deutschen Universitäten erstmals seit langem wieder gesunken. Außerdem erhält Deutschland die meisten EU-Fördergelder.

          Die Drittmittel sind schon seit langem das goldene Kalb in der Wissenschaftsförderung. Möglichst viele Drittmittel eingeworben zu haben bedeutet Forschungsstärke, die über längere Zeit aufgebaut wurde. Drittmittel kommen immer weniger aus der Wirtschaft, sondern hauptsächlich aus der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder von anderen öffentlichen Institutionen wie der EU oder dem Bund. Eingeworben werden können sie von Forschern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Für die Universitäten selbst sind die Rankings, die der alle drei Jahre erscheinende Förderatlas der DFG erfasst, enorm wichtig. Noch während der Vorstellung des Förderatlas veröffentlichten die Universitäten ihren eigenen Rangplatz und ihre Erfolge in unterschiedlichen Fächern.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die Drittmittel sind weit überwiegend Forschungsgelder, während die Grundfinanzierung sich auf die Lehre, den Unterhalt von Gebäuden und die gesamte Infrastruktur bezieht. In den vergangenen Jahren waren die Drittmittel im Vergleich zur Grundfinanzierung erheblich gewachsen. Das hat zu enormen Schieflagen an den Hochschulen geführt, zu Problemen bei Heiz- und Stromkosten, bei Mietkosten und Gebäudeunterhalt. Nach dem neuesten Förderatlas stagnieren die Drittmittel bei 27 Prozent der Gesamtfinanzierung einer Universität. Die Grundmittel sind 2014 zum ersten Mal stärker gewachsen als die Drittmittel. Die staatliche Grundfinanzierung lag im Jahr 2015 bei 20 Milliarden, die Drittmittel bei 7,4 Milliarden. Er hoffe sehr, dass es sich dabei um eine überfällige Trendwende handele, sagte der noch amtierende Rektor der Universität Konstanz Ulrich Rüdiger, der künftig an der Spitze der RWTH Aachen stehen wird. Die Grundfinanzierung bildet für die Hochschulen das stabile Rückgrat, sowohl für Forschungserfolge als auch für ihre Lehr- und Transferleistungen. „Diese Stabilität ist von der Politik seit vielen Jahren sträflich vernachlässigt worden“, sagte Rüdiger. Die Hochschulen setzen darauf, dass sie die Trendwende im Finanzierungsverhältnis bei der Neuverhandlung des Hochschulpakts fortschreiben können.

          Die Spitze der Rangliste

          Der Generalsekretär des Stifterverbandes Andreas Schlüter begründete das abnehmende Interesse der Wirtschaft an der Kooperation mit Hochschulen damit, dass die Unternehmen private Partner und Forschungseinrichtungen im Ausland bevorzugen, etwa in Osteuropa, wo der Forschungsausbau einen starken Mint-Akzent hat. Außerdem verwies er auf Hürden durch die jeweiligen Landeshochschulgesetze. So hat Bremen mit einem restriktiven Transparenzgesetz die Unternehmen vergrault, weil die Hochschulen gezwungen werden, Themen, Ziele und Finanzierungen mit privaten Kooperationspartnern offenzulegen. Der Anteil der Wirtschaft an allen zusätzlich eingeworbenen Finanzmitteln der Hochschulen ist von 26 auf 19 Prozent gesunken, was der tiefste Wert seit der Wiedervereinigung ist. Dennoch liegt Deutschland beim Finanzierungsanteil der Wirtschaft im internationalen Vergleich immer noch an der Spitze.

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