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China : Mit Konfuzius zur wissenschaftlichen Vormacht

Transmissionsriemen im Ausland: Staatschef Xi lässt sich beim Parteitag 2017 von Studenten bejubeln. Bild: AFP

In Instituten, die China mitfinanziert, wird nicht nur Sprachunterricht erteilt. Sie sind Teil von Pekings Strategie, in der Forschung und an Universitäten Einfluss zu nehmen.

          China steht nicht bloß vor den Toren Europas, es ist schon längst mittendrin“, so hat die Denkfabrik Merics in Berlin vor kurzem in ihrer Studie „Vormarsch der Autoritären“ über Chinas Einfluss geurteilt. In anderen Ländern ist das Unbehagen schon eskaliert. In Washington warnten CIA und FBI, Chinas Regierung versuche ihren Einfluss in viel größerem Maßstab als Russland voranzutreiben. In Australien sind in diesem Jahr chinesische Studentenorganisationen aufgeflogen, die versucht hatten, kritische Hochschullehrer unter Druck zu setzen. Auch in Deutschland warnten Landeskriminalämter manche der Universitäten mit Konfuzius-Instituten vor Spionage-Versuchen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          In der Tat hat Staats- und Parteichef Xi Jinping die chinesischen Auslandsstudenten schon 2015 als einen von vielen Transmissionsriemen für sein nationalistisches Projekt des China-Traums identifiziert. Er rief die United-Front-Abteilung der Kommunistischen Partei (KP) dazu auf, die Studenten als Zielgruppe anzusprechen. Das Gremium ist zuständig für Beziehungen zu Gruppen außerhalb der Partei. In internem Informationsmaterial, das die „Financial Times“ eingesehen hat, beschreibt die Abteilung ihre Aufgabe so: Einerseits sollen all jene Kräfte umworben werden, die „vereint werden können“. Gegen die „feindlichen Kräfte im Ausland, die gegen Chinas Aufstieg sind“ müsse jedoch eine „eiserne Große Mauer“ errichtet werden. In diesem Geiste pflegen die chinesischen Botschaften überall auf der Welt Verbindungen zu chinesischen Studentenorganisationen. In Deutschland wurden die 700 Regierungsstipendiaten zu einer Hochschulgruppe zusammengefasst, die regelmäßig zu Veranstaltungen eingeladen werden. Sie bilden allerdings nur einen sehr kleinen Teil der chinesischen Studenten in Deutschland.

          Problematische Nähe zur Regierung

          Im Zuge einer umfassenden Reform des Staatsapparats, die im März vom Volkskongress verabschiedet wurde, wurde die Arbeit der United Front deutlich aufgewertet. Die „Angelegenheiten der Auslandschinesen“, die vorher von einer Regierungsabteilung geregelt wurden, unterstehen nun direkt dem Parteigremium. Zur Begründung heißt es, dass die Auslandschinesen, die Rückkehrer und ihre Familien noch stärker die Rolle einer „Massenorganisation“ übernehmen sollten. Auch wurde in die Verfassung die Formulierung „Patrioten, die sich der großen Erneuerung der chinesischen Rasse verschrieben haben“ in die Liste jener Gruppen aufgenommen, die eine gemeinsame Front unter Führung der KP bilden. Zu diesen „Patrioten“ zählen nach dem Verständnis der Partei auch die chinesischen Auslandsstudenten.

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