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Brief einer achten Schulklasse : Warum Tablets für jeden sinnvoll sein können

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Tablets können sinnvolle Lernhilfen sein und die Lesebereitschaft steigern, schreibt die achte Schulklasse des Schiller-Gymnasiums Witten. Bild: dpa

„Es wird einfacher für uns“: Eine achte Schulklasse antwortet einem digitalskeptischen Deutschlehrer. Der hatte vor der Nutzung von Tablets im Unterricht gewarnt.

          Sehr geehrter Fabian Geyer,

          wir, die Klasse 8c des Schiller-Gymnasiums in Witten, haben uns in der vergangenen Deutschstunde mit Ihrem Kommentar „Tablets lenken nur ab“ beschäftigt. Wir teilen Ihre Ansicht nicht, sondern meinen im Gegenteil, dass Tablets im Schulunterricht sinnvoll sind und deshalb in den Unterricht integriert werden sollten.

          Dem Argument, dass die Verwendung von Tablets im Unterricht zu Sprachstörungen und Aufmerksamkeitsproblemen führt, können wir nicht zustimmen. Im Gegenteil können wir uns Unterrichtssituationen vorstellen, in denen Tablets sehr hilfreich sind. So haben wir auch für diesen Brief Ihre Argumente arbeitsteilig in Gruppen untersucht. Wir haben dann per E-Mail unsere Ergebnisse an unseren Deutschlehrer, Herrn Lothar Adam, geschickt, der sie gesammelt, integriert und neu ausgedruckt hat. Anschließend erfolgte eine zweite Überarbeitung und Angleichung unserer Stellungnahme – wieder mit demselben umständlichen Vorgehen. Wie viel einfacher wäre es gewesen, wir hätten alle ein Tablet gehabt und hätten direkt die Texte austauschen und überarbeiten können?

          Die Lesefähigkeit wird von Ihnen unter anderem dadurch definiert, dass komplexe kulturelle und wissenschaftliche Werke verstanden und interpretiert werden können. Es ist uns nicht ohne weiteres klar, wieso durch die Anwendung von elektronischen Geräten im Unterricht diese Fähigkeit verloren gehen soll. Vielmehr kann der Lehrer im Unterricht, unabhängig davon, ob er ein Buch oder elektronische Medien nutzt, dafür sorgen, dass weiterhin die kulturell wichtigen Werke (zum Beispiel von Goethe und Schiller) vermittelt und verstanden werden.

          Der Lehrer kann den Einsatz der elektronischen Medien wie Internet, eBooks, Tablets doch auch dafür nutzen, anspruchsvolle Literatur mit den Schülern neu zu entdecken. So gibt es zum Beispiel auf Youtube und auf Wikipedia Inhaltsangaben, biografische Hintergründe, ja sogar ganze Zusammenfassungen komplexer Werke zum Beispiel in Gestalt von Zeichentrickfilmen, die man gut und einfach auf Tablets im Unterricht anschauen und diskutieren kann. Nach diesen Lernhilfen wenden sich die Schüler wieder motivierter der Lektüre zu: die Lesebereitschaft wird gesteigert, was der Lesefähigkeit natürlich zugutekommt.

          Ein weiteres Ihrer Argumente gegen die Nutzung von Tablets im Unterricht ist, dass die Schreibfähigkeit durch die Arbeit mit diesen vermindert werde. Auch wenn dieses Argument, falls man damit die Schreibschrift meint, nicht ganz von der Hand zu weisen ist, sollte man bedenken, dass es doch die Möglichkeit gibt, die Schreibschrift in bestimmten Stunden ganz gezielt zu üben. So könnten Klassenarbeiten und Hausarbeiten weiterhin grundsätzlich mit Papier und Stift geschrieben werden. Außerdem gibt es auch Stifte, mit denen auf Tablets per Hand geschrieben werden kann.

          Zum Abschluss möchten wir erwähnen, dass mittlerweile Zeitungen wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ oder die „Berliner Zeitung“ zu ihrem Abo ein Tablet anbieten, mit denen man Nachrichten online abrufen kann. Das Tablet kann den einen oder anderen Schüler somit zum Zeitunglesen verführen, vor allem dann, wenn es im Deutschunterricht in einem Zeitungsprojekt gezielt eingesetzt wird.

          Insgesamt sollen unsere Beispiele zeigen, dass uns Ihre pauschale Warnung vor Tablets im Unterricht nicht differenziert genug erscheint.

          Mit freundlichen Grüßen,

          Klasse 8c des Schiller-Gymnasiums Witten.

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