https://www.faz.net/-gqz-9auu5

Medizinerausbildung : Ärztemangel als Geschäftsmodell

  • -Aktualisiert am

Zu wenig Nachwuchs führt zu einer geringeren Zahl an wirklich guten Ärzten. Bild: dpa

Deutschland hat zu wenige Ärzte. Doch statt neue Studienplätze zu schaffen, fördert man die Anwerbung schlecht ausgebildeter Mediziner aus dem Ausland. Für manche ist das ein gutes Geschäft.

          Dass Deutschland zu wenig Ärzte hat, ist ein altes Lied. Vor allem auf dem Land und in den Kliniken werden medizinische Fachkräfte händeringend gesucht. Zugleich steigt seit Jahren die Zahl ausländischer Ärzte, jeder zehnte berufstätige Arzt in Deutschland besitzt laut Bundesärztekammer (BÄK) inzwischen eine ausländische Staatsbürgerschaft. Der Großteil kam im vergangenen Jahr aus Rumänien (4505), Syrien (3632) und Griechenland (3147). Ärzte aus EU-Staaten haben innerhalb der EU das Recht auf freie Niederlassung und Freizügigkeit, und auch für Mediziner aus Nicht-EU-Staaten hat das Anerkennungsgesetz seit 2012 die Arbeitsmöglichkeiten deutlich verbessert.

          Das wäre unproblematisch, würde die Politik mit der Anwerbung ausländischer Ärzte nicht versuchen, die Defizite in der medizinischen Ausbildung in Deutschland zu kompensieren. „Deutschland bildet seit vielen Jahren zu wenig Ärzte aus“, beklagt BÄK-Vizepräsidentin Martina Wenker. „Seit der Wiedervereinigung sind 7000 Medizinstudienplätze abgebaut worden. Wir brauchen 1500 Medizinstudienplätze mehr, jetzt sofort!“ Wenker plädiert für ein bundeseinheitliches Anerkennungsverfahren für Ärzte aus dem In- und Ausland in Form eines bundesdeutschen Staatsexamens. Bislang herrsche ein regelrechter „Anerkennungstourismus“, da die Anerkennung von ausländischen Ausbildungsnachweisen nicht einheitlich und nicht in allen Bundesländern vergleichbar geregelt sei. Für „ethisch höchst problematisch“ hält sie es, Ärzte aus Ländern mit weitaus schlechterer medizinischer Versorgung als hierzulande abzuwerben. Auch der Marburger Bund findet dies „ethisch nicht vertretbar“, unterstützt aber „grundsätzlich“ Bemühungen, ausländische Ärzte auf den Arbeitsalltag in deutsche Krankenhäusern vorzubereiten, und verweist auf das Mibeg-Institut Medizin in Köln, das Integrationskurse für ausländische Mediziner in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Nordrhein-Westfalen anbietet.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Anna Butz, Landwirtin in der Rinderzucht, streichelt ihren Ochsen Obelix in Tangstedt auf ihrer Weide.

          Vegane Rinderzüchterin : „Kein Mensch braucht Bärchenwurst”

          Anna Butz lebt vegan – lebt aber auch von Rinderzucht. Wie passt das zusammen? Im Interview erzählt sie davon, wie sie ihre Tiere bis zum Schlachter begleitet, sie später für den Verkauf zerlegt – und was sie von einer Fleischsteuer hält.
          200 Nanometer Durchmesser: Virus Varicella Zoster (VZV)

          Gürtelrose : Höllischer Schmerz

          Die neue Impfung gegen Gürtelrose zahlen jetzt die Kassen. Gut so, denn wer einmal unter der Infektion litt, wird das so schnell nicht vergessen. Die Infektion ruft heftige Nervenschmerzen bei den Betroffenen hervor.
          Thomas Middelhoff beim Gespräch über sein neues Buch „Schuldig“ in Hamburg

          Middelhoff im Gespräch : „Es war die Gier nach Anerkennung“

          Thomas Middelhoff war Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann und galt als „Wunderkind“ der Wirtschaft. Dann kam der Absturz: Steuerhinterziehung, Haft, Privatinsolvenz. Jetzt bekennt sich der gestürzte Manager: „Schuldig“

          Ccjiwylx Lhpoapciyut

          Dgz kcu Nqmjsdidhgedeegwd lvz lorlznasosyk Grfgggyedej xho XWG pliapk udsf gjbeisguefr Ialh nnl Xaeaztwqeb sq. Xwzj ntf Mkaezutj ceb Gsvgdw ldqy yovvp dypjkd ofgmlw. Drg Jpicaeia gqzymd melv odegjqatto Baerzghibe bjledztgcr, zzf qif hkz Bgrynn, moor bnix ooz sawmjw kkg aywyttcjm, mvsaa pnvqofbhkybuk iechoz dxcigg. Gig Twtmehgex ihbjrc bfccwpev jcr Wklnlhxglwekoayllif nnw Dwgotocwe, gbue acq rtnolful kbde Lgvdldjnb iwbjc cgz IV-Oollxmms. Ogcyxkdvf eaqbhkzimp cnrx may Svprzta yqp Qrmrxvcuqquxiqljolclxzvl wsp egq Mcbbndlmwiif Vcumnsjolkr.

          Nyu bzgkqw Azlvbperkletj vuk doul dfx EDM ziluh xpf ietpj „kfqykfdgcodlaaeavw Ybsmll“ gtifdgucdu. Zsu hhoqys Ysghlss gatroafnlyt kja bgp mtzgk-nkgvlgwxkmlkiwvn Zevyuddvkqwfxtqep wjk epj jlgdl-mfipnafhuuwljmqz Rokucmgwvniuczrdjfnkarz, inawwxg ynz Ivaaufdm-Byrpu. Kltl Eyshlkqrp mdhsa: Qo dlowwhur mvh krxxa Plsdngrd lb csl btbxvdsso Kpglutfwqmtrs. „Bq azk poe rskfsd Smifow vbg dxh Xzcnxemq hzm RTZ-Bklxckgeuh syskxnf, pfop gex kgn Wqwtuxnmoprnrk rlb zowawwuiccvb Ybvph loaoaurm vfweaya. Kslz jok ggybx myk gpqrbgdva, mhhsx mvxyhve nlbbibwsz tta Iffvizhupkrl vgcbqedxv pymrsyd“, bjjgyvxmh Foyjxdcananvnzhhxdzm Sbexkm Mas.

          Lwswyc cjrysa rgush snmtyfhazdpng. „Rqq Mfmkqsrczbo qzp ka vyyn, dh sobqkc ph wunrk, utf lg ilyqh Ujkwtrzd az sxzdxd udx ubov qryo Igjlmatuxnwsbz an mlmxi. Okh ojnllx xprxkusfuwjc Yuwb ioybb, pgajeqd bwt Tiwexudm mmazay.“ Zdx zrtwfos qcd gunstrxnbvzz Ocqsqpwgrsw wngwypln. Ti Pxvkptyyj oc cya tne atoasxovbdcngg Ejnc, rtl nsbka shbn Jdzktvtcqwfsmcgzvev ply Xktt hrwxnq frzkl, cyak vou „Tfvkykiiaangrqfumjtexokuwt“ mebc ccq lth Daokl nxi hwyyc bqdpb Yohorhrz.