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Hitlers Asche : Entsorgung in der Biederitz

Das ist Hitlers Schädels, nach Angabe des Moskauer Archivs Bild: picture alliance / dpa

Wo liegt Hitlers Schädel? Das Moskauer Zentralarchiv tritt Zweifeln an der Authentizität der Schädelfragmente entgegen, die in seinen Kellern lagern. Hitlers weitere sterbliche Überreste seien hingegen vernichtet.

          Die Schädelfragmente von Hitler, die im Moskauer Zentralarchiv lagern, sind zweifellos authentisch, versichert der Archivleiter des russischen Staatssicherheitsdienstes FSB, Wassili Christoforow, doch alle weiteren sterblichen Überreste von ihm und Eva Braun sind im April 1970 in der Nähe von Magdeburg vernichtet worden. Mit seiner Erklärung reagierte Generalleutnant Christoforow auf Berichte, wonach der amerikanische Archäologe Nick Bellantony und die Genetikerin Linda Strausbach Zweifel an der Echtheit der Knochen hätten. Der Archivleiter erinnerte daran, dass Hitlers Kieferknochen, die den Tod des Führers bewiesen, schon 1945 durch dessen Zahnarzt Blaschke und dessen Assistentin Geusermann als original bestätigt wurden. Im Jahre 2002 habe der amerikanische Gerichtsmediziner Beneke für die Fernsehgesellschaft „Hoggard Films“ die entsprechenden Dokumente in Moskau analysiert, sagte Christoforow. Damals habe auch der Schweizer Zahnarzt Perrier ihre Echtheit bekräftigt.

          Kerstin Holm

          Redakteurin im Feuilleton.

          Die verkohlten Leichen von Hitler und seiner Frau sollen vor ihrer endgültigen Vernichtung zweimal umgebettet worden sein. Zunächst wurden sie im Juni 1945 in einem Waldstück bei Rathenow begraben, besagen die FSB-Akten. Im Februar 1946 verlegte man sie dann auf das Gelände der Garnison der Spionageabwehr Smersch in Magdeburg. Als die Anlage 1970 geräumt wurde, verbrannte man die Überreste in der Nähe von Schönebeck und streute die Asche in den Fluss Biederitz. Das geschah auf Anweisung des damaligen KGB-Chefs Andropow. Die sowjetische Führung habe verhindern wollen, so Christoforow, dass eines Tages Neonazis einen Reliquienkult damit treiben könnten.

          Schweigen der Archive

          Das FSB-Archiv besitzt unter anderem auch eine Aktensammlung zu Alexander Solschenizyn, aus der einige Gegenstände demnächst seiner Witwe Natalja Solschenizyna, die darum gebeten hatte, übergeben würden, verriet der Dokumentenverwalter. Es handele sich um Kopien der Verhörprotokolle, des Gerichtsverfahrens gegen ihn, ferner seinen Soldatenausweis und das Offiziersbüchlein. Solschenizyn habe eine schwere Krankheit und das stalinistische Lager überstanden, er sei nicht daran zerbrochen, sondern habe dank seines Talents einen Platz unter den bedeutendsten russischen Schriftstellern errungen, lobte Christoforow den dissidentisch patriotischen Nobelpreisträger.

          Die FSB-Akten über den Massenmord an polnischen Offizieren in Katyn seien 1950 zum größten Teil vernichtet worden, ließ der Archivleiter wissen. Das vorhandene Material sei jedoch der polnischen Seite in der Form von Kopien übergeben worden. Christoforow bezeichnete die Massenerschießung als Tragödie, die von der obersten Parteiführung und dem NKWD beschlossen worden sei. Man habe sich aber auch auf höchster Ebene dafür entschuldigt.

          In russischen Archiven finde sich keine Spur von einer Politik des Völkermords an Ukrainern, meldete der FSB-Aktenwächter weiter. Wissenschaftler hätten bewiesen, dass in den Jahren 1932 und 1933 in der Sowjetunion Hunger geherrscht habe. Aber für eine zielgerichtete Politik der Auslöschung von Ukrainern könne man in den Papieren nicht einmal eine Andeutung finden, sagte Christoforow.

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