https://www.faz.net/-gqz-9rnaf

Historikerin Irina Scherbakowa : Die Stasi war zuletzt noch effektiver als der KGB

Regalen mit Papiersäcken, die mit zerrissenen Akten gefüllt sind in der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen BStU in Neubrandenburg Bild: ZB

Warum es nach 1989 in der Sowjetunion und den Nachfolgestaaten keine Aufarbeitung der Geheimdienste gab, und was Russlandversteher bis heute missverstehen. Ein Interview.

          4 Min.

          Dreißig Jahre nach dem Mauerfall tun sich in Deutschland zwischen Ost und West Gräben auf. Sie sind Germanistin und Historikerin, haben viele DDR-Schriftsteller übersetzt. Was ist aus Ihrer Sicht falsch gelaufen?

          Kerstin Holm

          Redakteurin im Feuilleton.

          Irina Scherbakowa: Bei der Wiedervereinigung wusste ich, dass das schwierig wird, ich begriff das vielleicht besser als die Westdeutschen. Es gab in der DDR Intellektuelle mit linken Idealen wie Christa Wolf, die glaubten, dass ihr Land eine Volksdemokratie war, trotz aller schlechten Seiten. Die waren über die Wiedervereinigung nicht glücklich. Einige nahmen es mir persönlich übel, dass ich fand, dass es für Deutschland keine Alternative zur Wiedervereinigung gab. Aber natürlich ist die konkrete Situation nie ideal, auch die westliche Bürokratie war eine Maschine, die Menschen wie Legosteine behandelte und wirtschaftliche Entscheidungen traf, die für konkrete Personen grausam und ungerecht waren.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Dubravko Mandic vergangenen Herbst in Leipzig

          Protest der AfD gegen SWR : Eine Grenze überschritten

          Nach dem „Oma-Video“ hat die AfD in Baden-Baden gegen die Öffentlich-Rechtlichen gehetzt, darunter der Politiker Dubravko Mandic. Der Auftritt könnte strafrechtliche Folgen haben.