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Französischer Historiker : Marc Ferro ist gestorben

  • Aktualisiert am

Der französische Historiker Marc Ferro (1924–2021) Bild: AFP

Marc Ferro galt als führender Spezialist für russische Geschichte, das Kino und die Kriege des zwanzigsten Jahrhunderts. Nun ist der Historiker und Moderator im Alter von 96 Jahren gestorben.

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          Der international bekannte französische Historiker und Moderator Marc Ferro ist tot. Er starb mit 96 Jahren in der Nacht zum Donnerstag, bestätigte die Hochschule École des Hautes Études en Sciences Sociales (Ehess). Ferro galt als führender Spezialist für die sowjetische und russische Geschichte, für das Kino und die Kriege des zwanzigsten Jahrhunderts.

          Ferro moderierte auf „Arte“ jahrelang die Sendung „Die Woche vor 50 Jahren“ („Histoire parallèle“). Darin analysierte er mit Gästen wie Zeitzeugen spezielle Themen, über die vor fünfzig Jahren berichtet wurde. Ferro war Forschungsdirektor an der Ehess und arbeitete in leitender Funktion für die Fachzeitschrift „Annales“, die 1929 von dem französischen Historiker Marc Bloch mitbegründet wurde.

          „Sein Werk ist immens und zeugt von einer Neugierde, die keine Grenzen kannte. Er war einer derjenigen, die die Schulen in der ganzen Welt zum Leuchten gebracht haben“, würdigte Ehess-Präsident Christophe Prochasson den Historiker. Ferro habe die Beziehung zwischen Geschichte und Film zu einem seiner originellsten Projekte gemacht.

          Ferro wurde 1924 in Paris geboren, schloss sich während des Zweiten Weltkriegs der Résistance an und studierte Geschichte. Seine jüdische Mutter starb in Auschwitz. In seinen Arbeiten beschäftigte er sich mit der Russischen Revolution, er analysierte die beiden Weltkriege und die Verbindung zwischen Geschichte und Film. Die Zeitung „Le Monde“ nannte ihn einen der „größten französischsprachigen Historiker seiner Generation“. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf Ferros Familie, dass dieser vor seinem Tod an Covid-19 erkrankt gewesen sei.

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