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Neurobiologe forscht : Wege aus der Angst

Die Maske eines Gruselclowns hängt in einer Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Bild: dpa

Wer ein so formbares Gehirn hat wie wir Menschen, kann sich verirren, aber er kann auch wieder zurückfinden: Der Neurobiologe Gerald Hüther sucht Wege aus der Angst und sieht eine neue Welt am Horizont.

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          Was er alles nicht ist – Arzt, Therapeut, Jurist, Gutachter, Pädagoge, Ratgeber, Lexikon. Schirmherrschaften, Beirats- und Beratungstätigkeiten nimmt er nicht mehr an. So schreibt es Gerald Hüther, einer der bekanntesten deutschen Neurobiologen, auf seiner Internetseite. Seit er sich von der Forschung abgewandt und als Autor einem breiten Publikum zugewandt hat, ist er zu einem gefragten Erklärer geworden. Der Neunundsechzigjährige betreibt in Göttingen ein Institut für Potentialentfaltung, hält Vorträge und bloggt. Er schreibe Bücher nicht, um zu zeigen, wie schlau er sei, sondern um anderen zu helfen, sich selbst zu verstehen.

          Hannes Hintermeier

          Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

          Das gilt auch für seinen neuen Streich, den schmalen Band „Wege aus der Angst“ (Vandenhoeck & Ruprecht). Kein Ratgeber, ein Essay, der, obwohl das C-Wort fast durchgehend meidend, das Buch zur Stunde ist. Ohne erhobenen Zeigefinger geschrieben, stattdessen Fingerzeige gebend, Hintergründe klärend, eigenes Weiterdenken einfordernd. Es ist nicht einfach, so leicht über schwergewichtige Themen zu schreiben. Hüther kann das. Angst, schreibt er, sei überlebensnotwendig. Deswegen kann sie auch ein Helfer sein. Beispiel Krebsdiagnose: „Wovor hatten Sie die ganze Angst? Vor dem Krebs oder vor der Vorstellung, dass alles, was getan werden könnte, nichts helfen würde, um ihn zu besiegen?“

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