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Hirnforschung : Die neue Leitwissenschaft des Jahrhunderts

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Was wissen wir über das Hirn? Bild: dpa

Was wissen wir über das Gehirn des Menschen? Wo die Hirnforschung heute steht, erläutert einer ihrer führenden Vertreter, Wolf Singer, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Donnerstag.

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          Die Hirnforschung wird mitunter als die neue Leitwissenschaft des Jahrhunderts gepriesen. Wo sie wirklich steht, erläutert jetzt einer ihrer führenden Vertreter, Wolf Singer, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Die Ausführungen Singers zeigen, daß Hirnforscher Grenzgänger sind. Das liegt an der Natur ihres Untersuchungsobjektes. Solange sie sich darauf beschränken, die Anatomie des Gehirns zu ergründen, und sei es bis hinab in den Bereich der Moleküle, wird das in der Öffentlichkeit entweder gar nicht oder mit einer gewissen, vielleicht sogar wohlwollenden, Bewunderung wahrgenommen.

          Er eckt an

          Die Welt der Nervenzellen, neuronalen Kontaktstellen und Botenstoffe gilt als gesellschaftlich unverdächtig. Schickt sich der Hirnforscher indes an, die Grenzen dieser materiellen Ebene zu überschreiten und sich aus neurobiologischer Sicht zu den vom Gehirn generierten nichtmateriellen Phänomenen wie Bewußtsein und Wille zu äußern, eckt er schnell an.

          Wolf Singer

          Wolf Singer, Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main, ist einer jener Grundlagenforscher, die sich nicht scheuen, sondern sich sogar verpflichtet fühlen, die Ergebnisse ihrer naturwissenschaftlichen Untersuchungen und die daraus ableitbaren geisteswissenschaftlichen Vorstellungen in die Öffentlichkeit zu tragen.

          Das gläserne Gehirn

          In der Gesellschaft wird die moderne Hirnforschung durchaus zwiespältig beurteilt. Einerseits hofft man, daß sich die Ergebnisse medizinisch nutzen lassen, etwa zur Behandlung von Demenzen wie der Alzheimerschen Krankheit. Andererseits fürchtet man sich vor dem „gläsernen Gehirn“, davor, daß sogar die geheimsten Gedanken entschlüsselt und der Forschung zugänglich werden. Immer detailliertere Bilder von der Aktivität des Gehirns bei unterschiedlichen Empfindungen nähren diese Befürchtung.

          Was wissen wir über das Gehirn des Menschen, wie läßt es sich beeinflussen, wie kann man Hirnleiden behandeln und was entzieht sich den Instrumenten der neurobiologischen Forschung? Um solche Themen geht es in dem Gespräch, zu dem Wolf Singer in die F.A.Z.-Redaktion gekommen ist. Den vollen Wortlaut des Gesprächs lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Donnerstag, den 25. November.

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