Herta Müller über Liao Yiwu :
Diesseitige Wut, jenseitige Zärtlichkeiten

Von Herta Müller
Lesezeit: 9 Min.
Seine Sprache wirkt körperlich, weil sie körperlich erlitten ist: Liao Yiwu, geboren 1958, vor wenigen Tagen in Berlin
Nach einer lebensgefährlichen Odyssee: Der chinesische Dissident Liao Yiwu hat sich und seinen Lagerbericht „Für ein Lied und hundert Lieder“ ins Exil gerettet.

Was für eine gewaltige Bühne, der Paravent der Bergkette als Kulisse – das Theater, das Schreiben und das wirkliche Leben, es war nicht zu trennen, aber warum tat es dann so weh“, schreibt Liao Yiwu in seinem Gefängnisbuch. Und das Schreiben nennt er: „. . . sich verbohren wie eine Fliege mit einem widerlichen Sirren und man muß sich in Acht nehmen vor flachen Händen.“

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