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Herbert Riehl-Heyse : Das Streiflicht, das kein Nordlicht sein konnte

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Herbert Riehl-Heyse Bild: dpa

Der Journalist und Autor Herbert Riehl-Heyse ist tot. Der langjährige leitende Redakteur der „Süddeutschen Zeitung“ starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 62 Jahren.

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          Der Journalist und Autor Herbert Riehl-Heyse ist tot. Der langjährige leitende Redakteur der „Süddeutschen Zeitung“ starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 62 Jahren in seinem Haus im bayerischen Eichenau, wie die Zeitung mitteilte.

          Riehl-Heyse galt als einer der angesehensten deutschen Journalisten und als scharfsinniger politischer Berichterstatter. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Wächterpreis der Tagespresse und dem Kisch-Preis ausgezeichnet. Der stellvertretende „SZ"-Chefredakteur Ernst Fischer nannte Riehl-Heyse einen „stilprägenden Reporter“ und „einen der großen Schreiber“.

          Riehl-Heyse hatte maßgeblichen Anteil am Ruf der „Süddeutschen“, für die er mit einer Unterbrechung seit 1971 arbeitete. Unter anderem war er bei der „SZ“ einer der Autoren der Rubrik „Streiflicht“, die alltägliche Nachrichten aufgreift und ironisch überspitzt.

          Der 1940 in Altötting in Oberbayern geborene Riehl-Heyse hatte nach dem Abitur zunächst beide juristische Staatsexamina abgelegt und die Befähigung zum Richter erworben. Nach dem Beginn seiner journalistischen Laufbahn beim „Münchner Merkur“ wechselte er 1971 zur „SZ“. Dort wurde er 1987 zum stellvertretenden Chefredakteur und Chefreporter. Anfang 1989 wurde Riehl-Heyse einer von zwei Chefredakteuren des Hamburger Magazins „Stern“. Er verließ das Blatt allerdings nach nur wenigen Monaten und kehrte nach München zurück, wo er wieder für die „Süddeutsche“ arbeitete.

          Neben seiner journalistischen Tätigkeit veröffentlichte Riehl-Heyse auch Bücher, darunter „CSU - die Partei, die das schöne Bayern erfunden hat“ (1979) und „Bestellte Wahrheiten“ (1989). 1998 erschien von ihm das Buch „Ach, Du mein Vaterland“, in dem er über sein Leben und die Bundesrepublik erzählte.

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