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Münchner Haus der Kunst : Enwezor nennt Abschied eine „Beleidigung“

  • Aktualisiert am

Okwui Enwezor Bild: dpa

In einem Magazin-Artikel kritisiert Okwui Enwezor, der frühere Leiter des Hauses der Kunst, die Begleiterscheinungen seines Abgangs. Auch von kultureller Abwertung ist die Rede.

          Der frühere Chef des Hauses der Kunst Okwui Enwezor nennt seinen Abschied von dem Münchner Museum eine „Beleidigung“. „Ich bin geradezu perplex. Die Leistungen und Erfolge von sieben Jahren werden unter den Teppich gekehrt“, sagte der 54-Jährige dem Magazin „Spiegel“. Überhaupt werde ein „Bild des Scheiterns“ konstruiert, er selbst werde „kulturell abgewertet“. Es werde auf „erschreckende Weise überbetont“, dass er die deutsche Sprache nicht beherrsche. Viele Kontroversen während seiner Amtszeit seien konstruiert und aufgebauscht worden, sagte der gebürtige Nigerianer dem Magazin. Womöglich habe seine Ausstellungspolitik nicht mehr ins politische Klima gepasst. Er sei bestürzt darüber, welche Entwicklung dieses Land nehme.

          Enwezor hatte sein Amt als künstlerischer Leiter Anfang Juni aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Das Haus der Kunst hatte da gerade turbulente Zeiten hinter sich. Im Sommer 2017 wurden massive Geldprobleme bekannt. Auch die Nähe von Angestellten zu Scientology und Fälle sexueller Belästigung sorgten für Schlagzeilen. Der Aufsichtsrat reagierte mit Kündigungen und stellte Enwezor im Herbst einen kaufmännischen Geschäftsführer an die Seite.

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