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„Hätten Sie ein paar Cent?“ : Was lernt man beim Geldverleihen?

  • -Aktualisiert am

Sollte man nur solche Geldsummen verleihen, auf die man notfalls verzichten könnte? Bild: dpa

Lernt man beim Verleihen von Geld mehr über sich selbst als über die Leute, denen man das Geld leiht? Sollte man nur solche Geldsummen verleihen, auf die man notfalls verzichten kann? Und wo verläuft die Grenze zwischen Gutgläubigkeit und Naivität?

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          Neulich bat mich eine Frau auf der Straße um zehn Euro. Es war Abend. Ich kannte sie nicht. Sie hatte dunkle Haut und schwarzes Haar, das glatt glänzte, als sei es lackiert. In der Nachbarschaft wohnten viele Eritreer. Meist begegnete ich nur den Männern, ich wusste gar nicht, ob sie Frauen oder Töchter hatten. Den Männern sah man die Armut an. Die Frau, die mich ansprach, sah auffällig gepflegt aus. Sie sprach akzentfrei Deutsch. Die Männer hörte ich nie Deutsch sprechen. Ich hörte sie immer nur miteinander in ihrer Muttersprache reden.

          Die Frau sagte, sie brauche die zehn Euro, um ihren Kindern Essen zu kaufen. Das Geld vom Amt sei leider noch nicht gekommen. Wenn es da sei, in fünf Tagen, werde sie mir die zehn Euro zurückgeben. Ich gab ihr das Geld. Sie speicherte meine Handynummer ein und schickte mir eine Whatsapp: „Hallo“. Ich sah ihr Bild und las ihren Namen.

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