Habsburgermonarchie :
Die Kunst des Ausgleichs

Von Arnold Suppan
Lesezeit: 7 Min.
Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich wurde als Sohn von Erzherzog Franz Karl, dem jüngeren Sohn von Kaiser Franz I., und Prinzessin Sophie von Bayern in Wien geboren. Er war der jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph aus dem Haus Habsburg.
Für viele Historiker war die Habsburgermonarchie lange ein Feindbild. Das ändert sich gerade – und damit auch das Bild des „ewigen Kaisers“.

Seit April dieses Jahres strömen täglich Tausende Touristen aus aller Welt zum Schloss Schönbrunn und in die Österreichische Nationalbibliothek. Sie besuchen Ausstellungen anlässlich des hundertsten Todestages Kaiser Franz Josephs I. am 21. November. Immer noch ist der oft porträtierte und fotografierte Kaiser und König mit seinen achtundsechzig Regierungsjahren der Monarch, der in Europa am längsten herrschte. Nicht nur Historiker und Politiker fasziniert bis heute, wie Franz Joseph ein Reich von 676.000 Quadratkilometern mit mehr als einundfünfzig Millionen Einwohnern, in dem Angehörige von elf Nationalitäten (Deutsche, Magyaren, Tschechen, Polen, Ruthenen, Rumänen, Kroaten, Serben, Slowaken, Slowenen und Italiener) mit sieben Konfessionen (römische und unierte Katholiken, calvinische und lutherische Protestanten, Orthodoxe, Juden und Muslime) lebten, relativ friedlich regieren konnte.

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