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Ground Zero : Libeskind: Man wird meinen Plan erkennen

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Libeskind und sein Modell für Ground Zero Bild: AP

Der Architekt Daniel Libeskind will bei seinem Entwurf für „Ground Zero“ und das World Trade Center in New York keine substanziellen Kompromisse machen. Das sagte Libeskind in Berlin, wo seine Werke ausgestellt werden.

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          Der Architekt Daniel Libeskind will bei seinem Entwurf für „Ground Zero“ und das World Trade Center in New York keine substanziellen Kompromisse machen. „Man wird meine Idee und meinen ursprünglichen Plan erkennen“, sagte Libeskind am Montag in Berlin.

          Im dortigen von ihm erbauten Jüdischen Museum präsentierte der Architekt eine Ausstellung seiner Arbeiten. Erstmals in Deutschland ist auch das Modell für „Ground Zero“ und den Wiederaufbau des bei einem Terroranschlag am 11. September 2001 zerstörten World Trade Centers zu sehen. Die Ausstellung aus Anlaß der Eröffnung des Jüdischen Museums vor zwei Jahren ist bis zum 14. Dezember in Berlin zu sehen. Von Mittwoch an ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Schau präsentiert 14 Libeskind-Projekte anhand von Modellen, Plänen, Zeichnungen, Fotos, Filmen und Audiomaterial.

          Viele Unterstützer

          Libeskind sieht Unterstützung von vielen Seiten für seinen Entwurf in New York. Im Mittelpunkt steht der 541 Meter hohe Fredom Tower als höchster Turm der Welt. Die Höhe von umgerechnet 1776 Fuß erinnert an das Unabhängigkeitsjahr der Vereinigten Staaten. Libeskind will dabei ausdrücklich die spiralhaft wirkende Gestalt der Freiheitsstatue vor New York aufgreifen.

          Der Architekt, der am Jahrestag des 11. September wieder in New York sein will, wird nach eigenen Worten in New York nicht jedes einzelne Gebäude bauen. „Es geht bei diesem für mich bisher größten Projekt nicht um ein Ja oder Nein wie im Sicherheitsrat“, sagte Libeskind. „Architektur entsteht nicht im Elfenbeinturm, und ein Projekt solcher Größenordnung, eine völlig neue Stadt für das 21. Jahrhundert zu entwerfen, betrifft sehr viele Menschen. Es ist ein noch nie dagewesenes Beispiel für demokratische Beteiligung. Wir schaffen ein ganz neues Quartier. Es wird etwas Fantastisches entstehen und von den Helden des 11. September sprechen. Architektur muß auch die Seele berühren und das Herz erfreuen.“

          Unverrückbarer Turm

          In dem vom Fernsehsender Arte gerade ausgestrahlten Film „Libeskind, Blumenthal und Manhattan - Ground Zero“, der am 11. September im Bayerischen Fernsehen gezeigt wird, sagte der Architekt zu seinem Entwurf und möglichen Änderungen: „Bestimmte Aspekte, bestimmte Formen, wie beispielsweise der Freiheits-Turm, sein Aussehen, sein Standort, seine Beziehung zur Freiheitsstatue und wie er den gesamten Ort formt, müssen in Zusammenarbeit mit meinen Vorstellungen entstehen, damit der Gesamtplan erhalten bleibt.“

          Für den in diesem Jahr von Berlin nach New York umgezogenen Libeskind arbeiten inzwischen 120 Architekten weltweit. Er plant neue Projekte in Hongkong, Südkorea und in der Schweiz. Von den zurzeit fertiggestellten Gebäuden Libeskinds werden in der Ausstellung unter anderem die Modelle des Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück, des Jüdischen Museums in Berlin und des Imperial War Museums North in Manchester gezeigt. Zu sehen ist auch sein nicht realisierter Entwurf zur Neubebauung des Potsdamer Platzes in Berlin. Libeskinds nicht angenommener Entwurf für das Holocaust-Mahnmal in Berlin ist nicht dabei.

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