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Grimme-Preis 2012 : Tatortvideo

Aufbruch ins Ungewisse: Nina Kunzendorf und Peter Simonischek in dem ZDF-Film „Liebesjahre“ Bild: Rainer Bajo

Die Gewinner des Grimme-Preises stehen fest: Die ARD holt die meisten Preise, unter anderem mit einem Film über Online-Mobbing. Hannelore Hoger erhält eine Sonderehrung.

          Zwölf Stücke werden im Jahr 2012 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet - sieben von ARD-Sendern, vier vom ZDF, nur eines stammt von einem Privatsender. Womit die Grimme-Jury ihre Vorliebe fürs Öffentlich-Rechtliche einmal mehr bewiesen hätte. Sehr zu Recht prämiert wird der Film „Homevideo“ (Arte/NDR/BR), der von den Folgen des Online-Mobbing handelt und als eines der eindringlichsten Stücke des Fernsehjahres gelten kann. Ausgezeichnet werden der Regisseur Kilian Riedhof, der Drehbuchautor Jan Braren, Kameramann Benedict Neuenfels sowie die Schauspieler Jonas Nay und Sophie Boehme.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Ebenfalls einen Preis erhält das Stück „Liebesjahre“ (ZDF), der Preis geht an Iris Berben, Peter Simonischeck, Nina Kunzendorf und Axel Milberg sowie an den Regisseur Matti Geschonneck und den Autor Magnus Vattrodt. Dritter im Bunde ist der ZDF-Film „Die Hebamme“, ausgezeichnet werden die Hauptdarstellerin Brigitte Hobmeier, die Regisseurin Dagmar Hirtz, der Drehbuchautor Peter Probst und der Bildgestalter Jo Heim. Ein weiterer Preis geht an „Ein guter Sommer“ (HR) - an Andreas Schmidt, Devid Striesow und Jördis Triebel, den Regisseur Edward Berger und den Autor Michael Schenk. Die Regisseure Dominik Graf, Christian Petzold und Christoph Hochhäusler schließlich erhalten den „Spezial“-Preis für ihr Triptychon „Dreileben“ (BR/WDR).

          Die Stücke wurden lieblos versendet

          Leider keinen Preis erhielt der ZDF-Film „Die Lehrerin“ mit Anna Loos in der Hauptrolle, der von einem Amoklauf an einer Schule handelt und unseres Erachtens der Intensität und Brisanz von „Homevideo“ in nichts nachsteht. Und auch der ORF/Sat.1-Film „Die letzte Spur“ mit Ann-Kathrin Kramer und Richy Müller war herausragend - von dieser Art gibt es gerade im Privatfernsehen nicht viel. In der Kategorie Unterhaltung gehen die Preise an die NDR-Serie „Der Tatortreiniger“ mit Bjarne Mädel und an die Tele-5-Reihe „Walulis sieht fern“ mit Philipp Walulis. Dem Lob für den NDR schickte der Grimme-Juror Hans Hoff den Tadel hinterher, dass man so wie mit dem „Tatortreiniger“ nicht umgehen könne - die Stücke wurden in der Tat „schlecht und lieblos“ versendet.

          Für die Dokumentation „Geschlossene Gesellschaft - Der Missbrauch in der Odenwaldschule“ (SWR/HR) werden Luzia Schmid und Regina Schilling ausgezeichnet. Wiltrud Baier und Sigrun Köhler bekommen den Preis für „Alarm am Hauptbahnhof - Auf den Straßen von Stuttgart 21“ (SWR), Rosa von Praunheim für „Die Jungs vom Bahnhof Zoo“ (RBB/NDR). Ein Preis geht zudem an Jakob Preuss für die Dokumentation „The Other Chelsea“ (ZDF) und an Sabine Michel und Maria Wischnewski für „Mein Leben - Die Fotografin Sybille Bergemann“ (Arte/ZDF). An sie geht auch der Publikumspreis der Marler Gruppe. Den mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen erhält die Reihe „Du bist kein Werwolf“ (KikA/WDR). Die Besondere Ehrung des Stifters des Grimme-Preises geht an Hannelore Hoger. Verliehen werden die Grimme-Preise am 23.März in Marl.

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