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Google-Film „The Internship“ : Zum unbezahlten Praktikum ins Paradies

  • -Aktualisiert am

Positives Denken hilft, besonders in Kino-Märchen über den militärisch-informationellen Komplex: Billy (Vince Vaughn) und Nick (Owen Wilson). Bild: Twentieth Century Fox

Google, ein Überwachungshelfer? Der Film „The Internship“ will nur die menschheitsbeglückenden Seiten des Unternehmens kennen. Dabei gerät der Konzern geradezu zum bewundernswerten Protagonisten.

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          Nie hat die Zusammenarbeit zwischen Washington und Hollywood so fabelhaft funktioniert wie an diesem Wochenende. Es war, als hätte Washington erklärt: Wir liefern jetzt das gewichtige Überwachungsdrama. Und Hollywood: Dann liefern wir dazu das lustige Stück, damit alles wieder ins Lot kommt und niemand sich wirklich Sorgen machen muss. Also erfuhr die Nation erst einmal, dass unter den angesehenen Datenlieferanten, die sich die Regierung gefügig machte, auch die Firma Google anzutreffen ist. Tags darauf schon war im Kino mitzuerleben, wie der Schatten, der damit auf das gern als Menschheitsbeglücker auftretende Unternehmen fiel, mit gnadenloser Komik weggewischt wurde. Google durfte wieder als Geschenk des Himmels, ach was, als Himmel auf Erden erscheinen.

          Über die Geschichte, die der Film erzählt, ist schnell alles gesagt. „The Internship“ ist ein „buddy movie“, in dem Owen Wilson und Vince Vaughn abermals als kassenerprobtes Star-Duo in den Schlamassel geraten, bloß um daraus gemeinsam in eine glänzende Zukunft zu stolpern. Billy und Nick, zwei Handelsvertreter mit einem Koffer voller Armbanduhren, finden sich ohne Job wieder, und weil sie jenseits der vierzig sind, sieht der Rest des Lebens düster für sie aus. Da kommt Google ins Spiel. Sie bewerben sich um ein unbezahltes Praktikum, werden unter Ausschluss einer auch nur halbwegs einleuchtenden Handlung angenommen und finden sich als programmiertechnisch unbedarfte Uraltknacker in einem Team milchgesichtiger, lebensfremder Nerds wieder, mit denen sie die Prüfungen, die sich die Firma listig ausgedacht hat, gegen eine technologisch, sportlich und kosmetisch übermächtige Konkurrenz bestehen müssen. Und bestehen werden. Denn am Ende des unaufhaltsam vorhersehbaren Filmmärchens werden sie von Google eingestellt.

          So elitär wie bodenständig

          Wie Billy und Nick das schaffen, ist über zwei lange Stunden mit überaus mäßigem Vergnügen und ohne jeden Anschein von Glaubwürdigkeit zu erfahren. Aber aufschlussreich ist es doch. So banal der Film ist, so deutlich gezeichnet wird das Bild des eigentlichen Protagonisten, der Firma Google. Es könnte das schmeichelhafte Selbstbildnis einer in sich verliebten Diva sein, hätte es nicht den Regisseur Shawn Levy und die Drehbuchautoren Vince Vaughn und Jared Stern gegeben, die offenbar angetreten sind, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. „The Internship“ ist ein Propagandafilm, der im bilderbuchperfekten Breitwandluxus noch einmal vorführt, warum Google zu unser aller Heil und Segen auf die Welt gekommen ist. Auf dem allzeit sonnendurchfluteten Campus in Mountain View, California, werden die Wunder abgehakt, über die schon in jedem Bericht gestaunt wurde, von den bunten Fahrrädern über die futuristischen „nap pods“, die zwischendurch zum Schlummer laden, bis zu den Sushi-Tellern, gratis serviert von einer immerzu lächelnden Kantinenjugend.

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