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Google-Suche „Bettina Wulff“ : Dreiundvierzig Wortkombinationen weniger

  • -Aktualisiert am

Erscheint wieder im rechten Licht: Bettina Wulff Bild: dpa

Eigentlich hatte das Unternehmen die Suchergebnisse nicht verfälschen wollen. Jetzt entfernt Google unliebsame Ergänzungen aus der Autocomplete-Funktion bei der Suche nach Bettina Wulff. Im letzten Augenblick.

          2 Min.

          Seit 2012 gibt es Reibereien zwischen Bettina Wulff und Google. Wenn man bislang ihren Namen in der Suchmaschine eingab, wurde er durch Googles Autocomplete-Funktion ergänzt. Der berühmteste Vorschlag war „Bettina Wulff Escort“. Diese und noch weitere Ergänzungen rotlichtiger Natur sorgten für Gerüchte um die Vergangenheit der Ehefrau des zehnten Bundespräsidenten Christian Wulff.

          Es handelte sich insgesamt um 43 einschlägige Namenskombinationen, gegen die Bettina Wulff seit über zwei Jahren vorgeht. Google selbst war anfangs nicht bereit, die Änderungen vorzunehmen, da die Ergänzungen nicht selbst eingestellte Inhalte waren, sondern lediglich die häufigsten Suchanfragen zusammenfassten. Durch die Berichterstattung in den Medien manifestierten sich die Vorschläge, da viele Nutzer sofort den Namen Bettina Wulff in die Suchzeile der Suchmaschine eingaben, um mit eigenen Augen zu sehen, was dort vorgeschlagen wird.

          Googles Beharrlichkeit

          Bereits 2012 ging Bettina Wulff gegen eine weitere Verbreitung dieser Gerüchte vor und erreichte Unterlassungserklärungen von 34 in- und ausländischen Bloggern und Medien. Unter ihnen war auch Günther Jauch, der in seiner Sendung auf einen Artikel der „Berliner Zeitung“ verwies und damit auf die Gerüchte anspielte. Über seinen Anwalt erklärte er, lediglich zur Fragestellung zitiert zu haben, dies jedoch in Zukunft nicht mehr zu tun.

          Google blieb aber beharrlich, was zur Klage seitens Wulff führte. Erst am 15. Januar 2015, einen Tag vor der Verhandlung am Landgericht Hamburg, erklärten Wulffs juristische Vertreter, dass sich die Parteien außergerichtlich geeinigt hätten. Die „persönlichkeitsverletzenden Wortkombinationen“ wurden entfernt und tauchen auf dem Gebiet der Bundesrepublik nicht mehr auf. Somit entfällt der Termin am Landgericht an diesem Freitag.

          Google gab in einem offiziellen Statement zu der Entscheidung bekannt: „Wir haben unsere Autocomplete-Richtlinien in Bezug auf Beschwerden zu automatischen Vervollständigungen von Personennamen überarbeitet. Auf dieser Grundlage haben wir die fraglichen Ergänzungen entfernt.”

          Die Autocomplete-Funktion fasse die häufigsten Anfragen der jeweiligen Begriffe zusammen und schlage diese dann dem Nutzer vor. Dies führe zu einer schnelleren und effektiveren Suche. Google sei offener geworden, anstößige Inhalte im Zusammenhang mit Personen und Personennamen zu entfernen, sagte Googlesprecher Klaas Flechsig, der sich des Falles Wulff angenommen hat, im Gespräch mit FAZ.NET.

          Das bisherige Beharren Googles sei darin begründet, die Suchanfragen und das Suchverhalten nicht verfälschen zu wollen und die Auffindbarkeit aller Informationen im Internet unangetastet zu lassen. Google habe jedoch eingesehen, dass die Priorität nicht auf der Nutzungseffektivität, sondern auf  dem persönlichen Schutz vor Rufschaden liegen soll.

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