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Glenn Greenwald im F.A.Z.-Gespräch : Die Politik kennt keine Leidenschaft mehr

  • Aktualisiert am

Die Journalisten Tilo Jung und Glenn Greenwald im Gespräch. Bild: Alexander Theiler

Ist die Ausspähung durch die NSA schlimm? Leben wir in Demokratien? Glenn Greenwald, der für den „Guardian“ die Snowden-Dokumente aufarbeitet, stellt sich in der F.A.Z. vom Dienstag den naiven Fragen von Tilo Jung.

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          Am 2. Juni 2013 landeten der Journalist Glenn Greenwald und die Dokumentarfilmerin Laura Poitras in Hong Kong. Sie wollten mit Edward Snowden über den Überwachungsstaat sprechen, mit dem sie sich seit Jahren publizistisch befassten. Doch Snowden, den sie am nächsten Morgen in dessen Hotel trafen, war kein altgedienter Spion, sondern ein junger Computerexperte. Um die Bevölkerung darüber zu informieren, „was sie betrifft“, setzte er seiner bis dahin atemberaubenden Karriere ein Ende und seine persönliche Freiheit aufs Spiel. Fünf Stunden sprachen Glenn Greenwald und Edward Snowden bei ihrer ersten Begegnung miteinander. Dieses Treffen, berichtete Greenwald später, habe aus ihm einen leidenschaftlichen Kämpfer für die Sache Edward Snowdens gemacht.

          Damit bestimme ihn ein Gefühl, das „die politischen Eliten vor langem aufgegeben“ haben, sagt Greenwald im Gespräch mit Tilo Jung. Der für seine bewusst naiv gesetzten Fragen bekannte Journalist („Jung & Naiv“) wollte wissen, was passieren müsse, damit „Angela Merkel eines Tages sagt: ‚Das war’s jetzt, verdammt nochmal!‘“ Es mangele aber nicht nur der Politik an Leidenschaft, sagt Greenwald. „Für Viele ist es ein Teil der menschlichen Natur, sich die bürgerlichen Freiheiten abkaufen zu lassen“. Viele Menschen „verwechseln die Idee von Politik mit dem, was gerade stattfindet“.

          Haben wir es bei der NSA mit einem „zweiten Gott“ zu tun? Diesen Zustand zu erreichen sei zumindest das Ziel, sagt Greenwald. Auf die Allwissenheit der Geheimdienste folge Allmacht, die die Verhältnisse verkehre. „Es geht nicht nur um Überwachung, sondern auch um die extreme Unwucht, durch die alles, was getan wird, verborgen bleibt, während wir so lesbar sind wie ein aufgeschlagenes Buch. In einer funktionierenden Demokratie müsste es eigentlich andersrum sein.“ Das Gespräch zwischen Tilo Jung und Glenn Greenwald lesen Sie im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 3. Juni oder heute ab 20 Uhr im E-Paper der F.A.Z.

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