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Gestorben : Hitlers letzte Sekretärin und Zeitzeugin, Traudl Junge, ist tot

  • Aktualisiert am

Traudl Junge im Februar 2002 Bild: AP

Sie war die letzte Sekretärin Hitlers. André Heller hatte gerade eine Dokumentation mit ihr gedreht. Jetzt ist Traudl Junge in München gestorben.

          Die letzte Sekretärin von Adolf Hitler, Traudl Junge, ist tot. Die 81-Jährige starb bereits in der Nacht zum Montag in einem Krankenhaus in München an Krebs.

          Das teilte am Mittwoch ein Berlinale-Sprecher unter Berufung auf Othmar Schmiderer mit, den Autor des Filmes „Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin“. Junge hatte während der letzten drei Jahre des Zweiten Weltkriegs bei Adolf Hitler als Privatsekretärin gearbeitet und erlebte auch den Untergang der NS-Diktatur in der Berliner Reichskanzlei im April 1945 mit.

          Die Film-Dokumentation „Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin“ über Traudl Junge und den Diktator war vor wenigen Tagen im Rahmen der 52. Filmfestspiele in Berlin vorgestellt worden. Der erschütternde Bericht, in dem sich Junge ihre Verzweiflung und Schuldgefühle von der Seele redete, hatte bei seiner Uraufführung in der Panorama-Reihe der Berlinale für Aufsehen gesorgt.

          Für ihr Versagen, dem „Führer“ gedient zu haben, gebe es keine Entschuldigung, sagte Junge in der 90-minütigen Dokumentation. „Hitler war ein echter Verbrecher, ich habe es nur nicht gemerkt. Und außer mir haben es Millionen nicht gesehen.“

          Wie der Regisseur des Films, André Heller, berichtete, habe die Todkranke in einem letzten Telefongespräch noch gesagt: „Jetzt habe ich die Geschichte los gelassen, und nun kann ich auch das Leben loslassen.“ Sie sei jetzt mit sich im Reinen. Erst nach über 50 Jahren hatte die von starken Schuldgefühlen verfolgte Junge den Mut gefunden, öffentlich über ihr Leben zu berichten.

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