https://www.faz.net/-gqz-37bc

Gestorben : Hitlers letzte Sekretärin und Zeitzeugin, Traudl Junge, ist tot

  • Aktualisiert am

Traudl Junge im Februar 2002 Bild: AP

Sie war die letzte Sekretärin Hitlers. André Heller hatte gerade eine Dokumentation mit ihr gedreht. Jetzt ist Traudl Junge in München gestorben.

          Die letzte Sekretärin von Adolf Hitler, Traudl Junge, ist tot. Die 81-Jährige starb bereits in der Nacht zum Montag in einem Krankenhaus in München an Krebs.

          Das teilte am Mittwoch ein Berlinale-Sprecher unter Berufung auf Othmar Schmiderer mit, den Autor des Filmes „Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin“. Junge hatte während der letzten drei Jahre des Zweiten Weltkriegs bei Adolf Hitler als Privatsekretärin gearbeitet und erlebte auch den Untergang der NS-Diktatur in der Berliner Reichskanzlei im April 1945 mit.

          Die Film-Dokumentation „Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin“ über Traudl Junge und den Diktator war vor wenigen Tagen im Rahmen der 52. Filmfestspiele in Berlin vorgestellt worden. Der erschütternde Bericht, in dem sich Junge ihre Verzweiflung und Schuldgefühle von der Seele redete, hatte bei seiner Uraufführung in der Panorama-Reihe der Berlinale für Aufsehen gesorgt.

          Für ihr Versagen, dem „Führer“ gedient zu haben, gebe es keine Entschuldigung, sagte Junge in der 90-minütigen Dokumentation. „Hitler war ein echter Verbrecher, ich habe es nur nicht gemerkt. Und außer mir haben es Millionen nicht gesehen.“

          Wie der Regisseur des Films, André Heller, berichtete, habe die Todkranke in einem letzten Telefongespräch noch gesagt: „Jetzt habe ich die Geschichte los gelassen, und nun kann ich auch das Leben loslassen.“ Sie sei jetzt mit sich im Reinen. Erst nach über 50 Jahren hatte die von starken Schuldgefühlen verfolgte Junge den Mut gefunden, öffentlich über ihr Leben zu berichten.

          Weitere Themen

          Mord an der Grenze

          ZDF-Krimi „Walpurgisnacht“ : Mord an der Grenze

          Das ZDF hat sich einen ost-westdeutschen Kriminalfall anno 1988 im Harz ausgedacht: „Walpurgisnacht“. Trotz Annäherungen gestalten sich die Ermittlungen problematisch.

          Es ist Irrsinn, aber es hat System

          Framing-Manual der ARD : Es ist Irrsinn, aber es hat System

          Wer keinen Rundfunkbeitrag zahlt, ist „demokratiefern“, „wortbrüchig oder auch illoyal“ und missachtet den „allgemeinen Willen des Volkes“: Warum die ARD jetzt semantische Gehirnwäsche übt.

          Goldener Bär für „Synonymes“ Video-Seite öffnen

          Israelischer Film : Goldener Bär für „Synonymes“

          Der israelische Regisseur Nadav Lapid ist von der Berlinale-Jury für seinen Film „Synonymes“ mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden. Deutschland wurden am Samstagabend in Berlin auch zwei deutsche Regisseurinnen ausgezeichnet.

          Topmeldungen

          Die Rücknahme von IS-Kämpfern : Zurück zum Rechtsstaat

          Im Umgang mit IS-Kämpfern kann Deutschland ein Zeichen setzen. Nicht als Vaterland von Verrätern, sondern als Verfechter der Werte der freien Welt. Dazu zählt die Unschuldsvermutung – aber auch, dass jede Tat verfolgt und angemessen bestraft werden muss. Ein Kommentar.

          Framing-Manual der ARD : Es ist Irrsinn, aber es hat System

          Wer keinen Rundfunkbeitrag zahlt, ist „demokratiefern“, „wortbrüchig oder auch illoyal“ und missachtet den „allgemeinen Willen des Volkes“: Warum die ARD jetzt semantische Gehirnwäsche übt.
          EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (l) und Amerikas Präsident Donald Trump im Juli 2018 im Rosengarten des weißen Hauses

          Autozölle : Juncker vertraut auf Trumps Wort

          Donald Trump hat EU-Kommissionspräsident Juncker offenbar versprochen, dass es vorerst keine Autozölle gibt. Falls doch, will auch er nicht mehr Wort halten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.