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Begegnungen in Israel : Molotowcocktails gegen das Miteinander

  • -Aktualisiert am

Das Gewölbe des Theaterzentrums von Akko nach dem Brandanschlag im Mai Bild: Steffi Hentschke

In Akko brannte nach einem Anschlag ein Theaterzentrum aus, in dem seit vielen Jahren jüdische und arabische Israelis zusammenarbeiten. Wie soll es weitergehen?

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          Alles ist schwarz vom Ruß. Sonntagmorgen vor zwei Wochen, Moni Yosef steht an der Eingangstür zu seinem Büro im Theaterzentrum von Akko und schaut zu Boden. Arabische Jugendliche haben in der Nacht Brandbomben durch die Fenster geworfen. „Wir hatten Glück, nicht alle Molotowcocktails sind explodiert“, sagt der Direktor des Theaterzentrums und zeigt auf eine Flasche vor seinen Füßen in der Asche.

          Hinter Israel liegen die schwersten Unruhen seit 20 Jahren. Während der Konflikt mit Gaza eskalierte, erschütterte die Gewalt zwischen radikalen jüdischen und arabischen Israelis das Innere des Landes. Mobs zogen überall in Israel durch Straßen. In der Altstadt von Akko, einer 5000 Jahre alten Hafenstadt im Norden, stieg über Tage schwarzer Rauch in den blauen Himmel auf. Hotels, Restaurants, Ferienwohnungen, die Täter griffen gezielt Eigentum jüdischer Israelis an. Im Akko Theaterzentrum arbeiten seit knapp 40 Jahren jüdische und arabische Israelis zusammen. Das Projekt ist das Symbol der friedlichen Koexistenz der Stadt. Deshalb hat es hier gebrannt.

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