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Gesellschaft : Grass vergleicht Stoiber mit Haider

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Günter Grass vergleicht den Kanzlerkandidaten der Union mit dem Rechtspopulisten Jörg Haider. Die CSU ist empört.

          Der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat im NDR-„Kulturjournal“ scharfe Kritik am Kanzlerkandidaten der Union, Edmund Stoiber, geübt.

          Wie der NDR mitteilt, setzte Grass in dem Fernseh-Interview zu seinem neuen Buch „Im Krebsgang“ den Kanzlerkandidaten „der CSU/CDU - man muss es ja so umgekehrt sagen“ - mit dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi und dem österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider gleich.

          Grass machte den bayrischen Kanzlerkandidaten in der Sendung nach NDR-Angaben für den Rechtsradikalismus in Deutschland mit verantwortlich. „Das Problem sind nicht allein die Skins, die zuschlagen. Das ist schon schlimm genug“. Zwar sprächen viele Politiker vom NPD-Verbot, redeten aber „indem sie wie Herr Stoiber vor der 'Durchrassung des deutschen Volkes' warnen, diesem rechtsradikalen Potenzial“ nach dem Mund. Das sei die wahrscheinlich „noch größere Gefahr“.

          Grass kündigt in dem Interview an, er werde sich „notfalls“ auch in den bevorstehenden Bundestagswahlkampf einmischen. Dabei werde er SPD und Grüne jedoch keineswegs blindlings unterstützen. „Wenn ich Fehler sehe, nenne ich sie beim Namen“, wird der Schriftsteller zitiert.

          Grass' neuer Roman „Im Krebsgang“, erscheint an diesem Dienstag im Göttinger Steidl Verlag. Das Buch handelt vom Untergang des deutschen Flüchtlingsschiffs „Wilhelm Gustloff“ im Januar 1945.

          CSU-Generalsekretär Thomas Goppel zeigte sich gegenüber der „Welt“ über Grass' Vergleich empört. Grass erweise sich „als mieser Blechtrommler in der Kavallerie der Links-Literaten“, sagte Goppel.

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