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Georg Friedrich Prinz von Preußen : „Wir wollen nicht mehr scheinen, als wir sind“

„In früheren Zeiten war der Monarch als Nummer eins der Familie untrennbar mit seinem öffentlichen Amt verbunden“: Georg Friedrich Prinz von Preußen Bild: Daniel Pilar

Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers ist Chef des Hauses Hohenzollern und verteidigt, was seit 1918 in der Demokratie geleistet wurde. Er will Preußen aus der Vereinnahmung durch die Nazis befreien. Sein Großvater formulierte es drastisch: „Die Nazis haben Preußen prostituiert.“

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          Am 9. November jährt sich zum hundertsten Mal der Tag, an dem die Abdankung von Wilhelm II. als deutschem Kaiser verkündet wurde. Sie sind jetzt 42 Jahre alt. Spielt dieses Datum für Sie und Ihre Familie noch irgendeine Rolle?

          Patrick Bahners
          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.
          Jan Brachmann
          Redakteur im Feuilleton.

          Für mich persönlich spielt dieses Datum allein schon deshalb eine Rolle, weil ich mit hundertjährigen Gedenktagen in Bezug auf meine Familie groß geworden bin. Hundert Jahre sind eine Zeitspanne, die man durch die Großelterngeneration – und ich hatte das Glück, die meine kennenlernen zu dürfen – noch überbrücken kann. Also eine Zeit, mit der man noch durch persönliche Gespräche verbunden ist. Dadurch war es so, dass hundertjährige Jubiläen in Bezug auf Wilhelm II. in seiner offiziellen Funktion als deutscher Kaiser und König von Preußen während meiner Kindheit und Jugend familiär immer eine besondere Rolle gespielt haben: Der Kaiser gründet die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; der Kaiser legt den Grundstein für den Neubau des Berliner Doms; der Kaiser reist ins Heilige Land. Das hat mich von klein auf in dichtem Rhythmus begleitet. Der 9.November 2018 markiert nicht nur das hundertjährige Ende der Monarchie, sondern ist auch eng mit dem Ende des Ersten Weltkriegs verbunden. Gemeinsam mit meiner Familie habe ich lange überlegt, wie wir uns diesem Datum stellen sollen.

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