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Gendergerechte Sprache : Wenn das Genus mit dem Sexus

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Hört endlich auf, das Maskulinum zu sexualisieren! Bild: Picture-Alliance

Wann begreifen die Leute endlich, dass das grammatische Geschlecht mit dem biologischen Geschlecht nichts zu tun hat? Eine Verständnishilfe.

          5 Min.

          Dealer, Gefährder, Terrorist, Kriegsverbrecher, Salafist, Dschihadist, IS-Anhänger, Straftäter, Intensivtäter und Einbrecher sind Wörter, die überall verwendet werden, in der „taz“ wie in der F.A.Z., im „Spiegel“ wie in der „Zeit“. Niemand möchte mit solchen Wörtern behaupten, dass Frauen keine Drogen vertreiben, nicht in Wohnungen einbrechen oder keine Straftaten begehen. Es handelt sich um Substantive im Maskulinum, die wir zur Bezeichnung von Personengruppen verwenden, und zwar unabhängig vom natürlichen Geschlecht. Man spricht vom generischen Maskulinum, eben weil es sich auf ganze Gruppen von Personen ohne Geschlechtsdifferenzierung beziehen kann. Dass es sich so verhält, wird unübersehbar etwa an Bezeichnungen für Werkzeuge wie „Öffner“, „Bohrer“, „Summer“, die demselben Bildungstyp angehören.

          Ihre Sexusneutralität erschließt sich weiter aus dem Bau solcher Wörter. Dem Verbstamm deal folgt das Suffix -er zur Bildung von Substantiven mit der Bedeutung „Träger der vom Verb bezeichneten Handlung“. Das Suffix -er gehört im Gegenwartsdeutschen zu den produktivsten überhaupt und geht unter anderen dem Suffix -in bei Bezeichnungen für Personen weiblichen Geschlechts voraus („Lehrerin“, „Denkerin“, „Dealerin“). Ein zusätzliches Suffix führt immer zu einer spezielleren Bedeutung, hier von einer geschlechtsneutralen zu einer geschlechtsspezifischen Personengruppe.

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