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: Schwerter, bei der Hochzeit gezogen

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Auch in anderen Bereichen sind Juden als Waffenträger gut dokumentiert. So trugen sie nicht nur Fehden aus, mit Juden ebenso wie mit Christen, und galten durchaus als "fehdefähig". Auch auf Fechtturnieren waren jüdische Teilnehmer keine Seltenheit. In den Quellen werden immer wieder auch jüdische Fechtmeister erwähnt, deren Kunstfertigkeit gefragt war: Einem gewissen Joseph Schirner, der 1385 vom Würzburger Erzbischof Adolf von Mainz samt Familie und Dienstboten steuer- und dienstfrei im Erzstift aufgenommen wurde, war es fortan verboten, ohne Einwilligung des Erzbischofs Fechtunterricht zu erteilen. Und auch unter den bekanntesten Autoren mittelalterlicher Fechtbücher befanden sich Juden - einer der berühmtesten war "Meister Lew".

Daß im Mittelalter der bewaffnete Jude für die christlichen Zeitgenossen ein selbstverständliches Bild war, veranschaulicht ein Beispiel aus dem Zürich des ausgehenden vierzehnten Jahrhunderts. Auf einer jüdischen Hochzeit, zu der auch untereinander verfeindete Familien eingeladen waren, kam es zu Streitereien, in deren Verlauf als Drohgebärde Schwerter gezückt wurden - ein eindeutiger Verstoß gegen den geltenden Verhaltenskodex der Zeit. Das Zürcher Ratsgericht störte sich bei der anschließenden Untersuchung des Vorfalls nicht daran, daß die jüdischen Hochzeitsgäste Schwerter getragen hatten, sondern nur daran, daß sie signalisiert hatten, von diesen Gebrauch zu machen.

Auch in zahlreichen anderen Fällen, in denen Juden in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt waren, stand bei den Gerichtsverfahren nicht der Waffenbesitz als solcher zur Debatte, sondern die genauen Umstände des Waffengebrauchs. Daß im Spätmittelalter Juden im städtischen Bereich immer seltener als Waffenträger dokumentiert sind, hängt, so Wenniger, damit zusammen, daß sie nun häufiger von der Möglichkeit Gebrauch gemacht hatten, sich von der Verteidigungspflicht freizukaufen - was übrigens nicht nur von Juden praktiziert wurde. Ähnliches berichtet Stefan Litt im selben Heft auch in bezug auf das sechzehnte und siebzehnte Jahrhundert in Deutschland. Obgleich in den Quellen dieser Zeit keine Rechtsbestimmungen zum Waffenbesitz der Juden, etwa in den Reichspolizeiordnungen, zu finden waren, gab es - wie im Mittelalter auch - in den Städten unterschiedliche Einschränkungen.

So untersagte die Judenordnung der Markgrafschaft Burgau von 1534 im Rahmen der Kleiderordnung den Juden das Tragen von Waffen innerhalb von Ortschaften; sie hatten diese für die Zeit ihres Aufenthalts in der Herberge zu deponieren. Nur wenige Jahre später, im Jahr 1538, wurde hingegen vor der Kanzlei in Kassel eine tätliche Auseinandersetzung zwischen dem jüdischen Arzt Joseph und dem Christen Hensel verhandelt. Im Streit hatte der Arzt sein Gegenüber mit seiner Partisane, einem längeren Spieß, bedroht, woraufhin Hensel seinen Degen nach dem Gegner schleuderte. Die Schlichter, die die Streitparteien zu versöhnen trachteten, stießen sich weder daran, daß der jüdische Arzt eine Waffe trug, noch daß es sich bei dieser um eine besonders gefährliche handelte. JOSEPH CROITORU

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