Ricarda Huch, neu zu entdecken :
Reich, Romantik und Rätesystem

Von Hartmut Scheible
Lesezeit: 11 Min.
Bildnis der Künstlerin als junge Frau: Ricarda Huch (1864 bis 1947)
Was ist deutsch? Und was ist modern an den Deutschen? Die neu zu entdeckende Schriftstellerin Ricarda Huch hat eine der klügsten Antworten auf diese Fragen gegeben.

In seinem Buch „Die Kritik der Romantik“ geht Karl Heinz Bohrer von der seit Hegel, Heine und Marx vorherrschenden These aus, das romantische Denken, im Sinne eines Kults des Irrationalen und Restaurativen, habe das deutsche Bewusstseins während des neunzehnten Jahrhunderts und noch darüber hinaus beherrscht. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat diese Tradition in Georg Lukács, der im Nationalsozialismus das „letzte Zerfallsprodukt der Romantik“ sieht, ihren prominentesten Vertreter gefunden.

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