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Napoleon : Des Kaisers fließendes Verhängnis

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Viele Menschen wurden zu Tode getrampelt

Die Russen hatten mittlerweile ihren Fehler bemerkt und erreichten am Morgen des 28. November den Übergangspunkt, den sie aus sicherer Entfernung mit Artillerie zu beschießen begannen. Als die Granaten in die ungeheure Menschenmasse schlugen, spielten sich apokalyptische Szenen ab. Getroffene Munitionswagen explodierten und der panikartige Sturm Zehntausender Menschen auf die beiden Brücken entbrannte. Je näher die ungeheure Masse den Brücken kam, desto enger wurde sie zusammengedrängt, und wer sich erst einmal in diesem panischem Höllenknäuel befand, hatte nicht die geringste Chance, wieder herauszugelangen. Ein Augenzeuge schrieb: „Es handelte sich in diesem furchtbaren Drängen, dem man bei rein unmöglichem Widerstande willenlos preisgegeben war, buchstäblich um Leben und Tod.“ Soldaten schlugen mit dem Säbel um sich, jeder bahnte sich rücksichtslos einen Weg. In die Menschenmenge hinein sausten unaufhörlich die russischen Granaten und Kanonenkugeln, jeder Schuss war unweigerlich ein Treffer.

Der württembergische Oberleutnant Faber du Faur berichtete: „Die Kugeln und Granaten schlugen in die unglückliche Masse, das Geschrei der Unglücklichen übertönte den Kanonendonner, und das Kleingewehrfeuer und das Drängen gegen die Bücke wurde immer rasender.“ Ein anderer Offizier schrieb: „Mütter und Säuglinge sah man in den Haufen dieser Unglücklichen. Wer schwach wurde und fiel, stand nie mehr auf und wurde zerstampft. In das schauderliche Gedränge gepresst, konnte ich kaum Atem holen und mit den Füßen den Boden berühren; die Masse wogte über gefallene Menschen und Pferde, über zertrümmerte Wagen und andere Gegenstände, viele stürzten darüber zu Boden und waren bald von den Folgenden zertreten. Ich habe in meinem Leben nie etwas Grausigeres erlebt als das Gefühl, über lebende Kreaturen hinwegzugehen, die versuchten, sich an meinen Beinen festzuklammern und die in ihrem Bemühen, sich wieder zu erheben, meine Bewegungen lähmten. Ich entsinne mich heute, wie mir zumute war, als ich auf eine Frau trat, die noch am Leben war. Ich spürte ihren Körper zucken und hörte sie schreien und klagen. Die Glücklichsten erreichten die Brücke; doch nur indem sie über ganze Haufen von niedergeworfenen, halberstickten Verwundeten, Frauen und Kindern stiegen und diese bei der Anstrengung des Weiterschreitens noch auf das Grausamste mit den Füßen zertraten.“

Ein Inferno aus Menschenleibern

Einige Kavalleristen versuchten die eiskalten Fluten auf den Rücken ihrer Pferde zu durchschwimmen, was wenigen auch gelang, „allein die meisten ertranken vor unseren Augen“. Faber du Faur: „Um diese Brücken türmten sich Hügel auf Hügel niedergetretener und erschossener Menschen und Pferde, welche man, um auf die Brücken zu gelangen, kämpfend übersteigen musste.“ Hunderte wurden links und rechts der beiden Brückeneingänge von der erbarmungslos nachdrängenden Menge in den Fluss gestoßen, was den sicheren Tod bedeutete.

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