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Der 25. Dezember : Das Rätsel des Weihnachtsdatums

Die Nacht des 24. Dezember, Jesus wurde geboren - woher wissen wir das? Bild: ddp

Seit dem vierten Jahrhundert wird Weihnachten gefeiert; doch bis heute weiß fast niemand, warum wir das ausgerechnet am 25. Dezember tun - nicht einmal der Papst. Eine Exkursion in die Festkalenderforschung.

          Jedes Kind weiß, warum Weihnachten am 25. Dezember gefeiert wird. In Zeiten rückläufiger Kirchlichkeit und kultureller Mischzusammensetzung mag man das vielleicht relativieren wollen und sagen: Jedes Kind müsste eigentlich wissen, warum am 24. Dezember Heiligabend und am 25. Dezember Weihnachten ist. Tatsächlich aber stimmt weder der eine noch der andere Satz.

          Denn warum sollten Kinder etwas wissen, worüber sich auch so gut wie alle Erwachsenen im Irrtum befinden? Wir scherzen nicht. Fast niemand weiß, weshalb wir Weihnachten am 25. Dezember feiern. Nicht einmal der Papst. Nur Hans Förster hat einen vernünftigen Vorschlag. Aber zu Hans Förster kommen wir später.

          Fangen wir mit dem an, was jedes Kind weiß. Weihnachten liegt auf dem 25. Dezember, weil Jesus in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember geboren wurde. Doch woher wissen wir das? Aus dem Lukas-Evangelium, das von der Geburt erzählt, wissen wir nicht einmal, dass es kalt war. Dafür gibt es Hinweise zum Geburtsjahr, denn „es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, alle Welt solle sich einer Zählung unterwerfen“, und zwar „als Quirinus Landpfleger von Syrien war“ (Lk 2, 1-6).

          Ganz schön verworren

          Doch damit gehen die Schwierigkeiten schon los, denn Publius Sulpicius Quirinus war von 6 bis 7 nach Christus römischer Statthalter in Syrien. Dass Christus selber nicht im Jahr 6 oder 7 geboren worden sein kann, ist klar. Die Philologie des Neuen Testaments hat längst den Schluss gezogen, dass die angebliche Volkszählung nur dazu diente, einen Grund herbeizuerzählen, um Christus nicht in Nazareth, wo seine Familie lebte, sondern in Bethlehem, der Stadt König Davids, zur Welt kommen zu lassen.

          Der Evangelist gibt noch ein zweites Datum. Dem Zacharias, also dem Vater des Täufers Johannes, sei „zur Zeit als Herodes König von Judäa war“, ein Engel erschienen, um ihm die Schwangerschaft seiner Frau Elisabeth mitzuteilen. Das macht alles noch verworrener. Denn Johannes war fast gleich alt wie Jesus; er hüpft im Leib seiner Mutter, als diese der schwangeren Maria begegnet. Aber Herodes ist bereits 4 vor Christus gestorben.

          Das seltsam berechnete Fest

          Schon die Berechnung des Jahres, in dem Christus geboren ist, scheint anhand solcher Widersprüche ziemlich aussichtslos. Um wie viel mehr dann die des Monats, gar des Tages. Und schon vor gut einhundert Jahren stellte ein Neutestamentler auch für das Todesdatum Jesu resigniert fest, es gebe innerhalb der zehnjährigen Amtszeit des Pontius Pilatus kein einziges Jahr, das nicht schon einmal als Todesjahr Christi vorgeschlagen worden sei. Irgendwann zwischen 29 und 33 nach Christus muss es gewesen sein, am wahrscheinlichsten ist nach heutigem Forschungsstand der 7. April 30, nach unserem Kalender ein Freitag.

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