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Gegen das Griechenland-Bashing : Die griechische Utopie

  • -Aktualisiert am
Yannis A. Retsos, 1969 geboren, studierte Jura in Athen und Hotelmanagement an der Cornell University. Er ist Geschäftsführer der Electra Hotels & Resorts, die fünf Hotels in Griechenland betreibt. Daneben ist er Präsident des Hellenischen Hotelverbands und Vizepräsident des Verbandes der griechischen Touristikunternehmen.

Das Unternehmen ist nicht gewinnorientiert, und das dort investierte private Geld wird niemals eine Dividende erwirtschaften. Aber wir erwarten, dass wir das Geld in unseren eigenen Unternehmen zurückbekommen, weil die Branche insgesamt wächst.

Das ist der Tourismus. Und was ist mit dem Rest der griechischen Gesellschaft?

Retsos: Ich bin zuversichtlich, dass die Mentalität in Griechenland sich verändern wird. Natürlich wird das nicht so schnell gehen, solange es Menschen gibt, die nicht einmal ihre Grundbedürfnisse befriedigen können. Einen Menschen, der Schwierigkeiten hat, seine Miete zu zahlen oder seine Kinder zu ernähren, kann man nicht auffordern, positiv zu denken. Solch ein Mensch kann keine strategische Vision haben, die Griechenland in fünf oder zehn Jahren sieht. Ich meine aber, die Leute, die das können, sollten es aktiver tun. Sie sollten positiver denken, um die Dinge zu verändern, damit die Menschen, die ich eben beschrieben habe, früher bessere Zeiten erleben.

Aris Kefalogiannis: Ich bin CEO von Gaea und außerdem Vizepräsident des Verbandes der griechischen Olivenöl-Hersteller. Ich soll etwas zum Optimismus sagen? Nun, ich wache von Natur aus jeden Morgen sehr optimistisch auf. Aber mein Optimismus schwindet, wenn ich mich in meinen Wagen setze und auf dem Weg ins Büro die Nachrichten höre. Im Büro werde ich dann wieder sehr optimistisch, weil es uns als Unternehmen sehr gut geht. Dann fällt mein Optimismus wieder ein wenig, wenn ich mich ins Auto setze, um nach Hause zu fahren. Dort vermeide ich es, mir im Fernsehen die Abendnachrichten anzuschauen, weil ich dann nachts viel besser schlafen kann.

Sie schlafen gut, weil Sie sich von den ausgezeichneten griechischen Erzeugnissen ernähren...

Kefalogiannis: Gaea hat die Vision, eine international bekannte griechische Marke zu sein. Die beste griechische Marke, um im Einklang mit der Tradition antiker Qualität griechische Nahrungsmittel und unser kulturelles kulinarisches Erbe international zu fördern: die Art, wie wir an unserem griechischem Tisch essen, Dinge miteinander teilen und das Leben genießen – unsere Esskultur eben. Zugleich wollen wir auch die sehr gesunde griechisch-mediterrane Kost fördern, wobei wir unter Wohlbefinden eine Gemütsverfassung verstehen, in der man gesund ist, und Lebensmittel dienen der Gesundheitsvorsorge. Man genießt das Leben, und dazu gehören schmackhafte Lebensmittel, denn die griechisch-mediterrane Kost ist Teil der Lebensfreude.

Wir sind mit dieser Vision sehr erfolgreich. Unsere Werte spiegeln sich in unseren Produkten, in den Beziehungen zu unseren Konsumenten, unseren Kunden, unseren Lieferanten – und selbst zu unserem eigenen Team, weil unser Unternehmen sich insofern von traditionellen griechischen Unternehmen unterscheidet, als es kein Familienbetrieb ist. Unser Unternehmen stützt sich auf eine breitere Basis von Anteilseignern, die sich wiederum auf ein Team von Leuten stützen, die an die Vision glauben. Die dritte Säule des Erfolgs unseres Unternehmens bilden daher unsere Leute.

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