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Gegen das Griechenland-Bashing : Die griechische Utopie

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Mein verstorbener Vater begann schon in den 1980er Jahren mit dem Kauf von Land, aber mit der ersten Bauphase begannen wir mitten in der Krise 2010. Der Südwesten des Peloponnes gehörte zu den am wenigsten entwickelten Gebieten in Griechenland. Jetzt ist dieses Gebiet wahrscheinlich eine der wenigen Regionen mit solch einem Wachstum, in dem neue Hotels, Restaurants und Geschäfte eröffnet werden. Wir haben das Gefühl, dass es uns trotz der Krise gelingen wird, unsere Vision zu verwirklichen, nämlich ein neues, ökologisch hochwertiges Reiseziel im Mittelmeergebiet zu schaffen.

Wie viele Menschen arbeiten dort?

Constantakopoulos: In der Spitze erreichen wir 1100 Beschäftigte. Aber der Tourismus hat wahrscheinlich größere lokale Auswirkungen als jede andere Industrie. Pro Arbeitsplatz in Costa Navarino entstehen weitere 0,8 Arbeitsplätze in der Umgebung. Deshalb nehmen wir an, dass insgesamt 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Wir haben das Ziel, einen ganzjährigen Betrieb sicherzustellen. Im März haben wir mit Direktflügen aus Mitteleuropa begonnen, und wir hoffen, im nächsten Jahr im Februar mit den Flügen beginnen zu können. Ich glaube, der Tourismus ist eine der wichtigsten Industrien oder vielleicht die wichtigste, die uns helfen wird, die Krise zu überwinden. Wir dürfen nicht vergessen, 2013 war für den griechischen Tourismus das beste Jahr aller Zeiten.

Marco Veremis: Ich bin Gründer und CEO von Upstream, einem Technologieunternehmen, das Marketing-Software für Unternehmen herstellt, die das Mobiltelefon für ihre Kundenwerbung einsetzen wollen. Ich habe früher in London gearbeitet, mein Mitgründer Alex, der ebenfalls Grieche ist, in Boston. Als wir die Firma 2001 gründeten, wollten wir zu den ersten global agierenden Unternehmen auf dem Gebiet der „Mobilfunk-Marketing-Technologie“ gehören, und wir gründeten das Unternehmen hier, weil wir wussten, dass Griechenland im Technologiebereich eine recht hohe Qualität vorzuweisen hat. Wir haben drei starke Universitäten, vor allem die Technische Universität in Athen. In Griechenland neigen die Eltern immer noch zu einer „Überinvestition“ in die Ausbildung ihrer Kinder. Wir haben nicht nur ausgezeichnete Universitäten, sondern auch einige ausgezeichnete Professoren. Diese suchen die Talentiertesten heraus und schicken sie fast alle in eine der Spitzenuniversitäten. So findet man etwa am MIT, in Stanford, am Imperial College und in anderen Bildungseinrichtungen dieser Art zahlreiche Griechen. Die meisten studieren Ingenieurwissenschaften.

Diese Leute sind äußerst qualifiziert. Wir nutzen dieses Talent, das natürlich sehr viel billiger zu haben ist als etwa in Silicon Valley oder Boston oder London, um ein eigenes Entwicklungsteam zusammenzustellen. Vom ersten Tag an zielten wir auf einen globalen Markt, denn das Produkt, das wir herstellten, richtete sich an Unternehmen wie Nestlé, Coca-Cola, Vodafone oder die Deutsche Telekom – also an Großunternehmen. Wir waren von Anfang an zu 100 Prozent exportorientiert, aber die Entwicklungsabteilung und die Firmenzentrale waren und bleiben hier. Um Ihnen einen Eindruck zu geben, sei angemerkt, dass unsere Firma zu den fünf größten in diesem Bereich gehört. Wir beschäftigen 250 Menschen, von denen 80 Prozent Ingenieure sind.

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