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Gedenkrede Frank Schirrmacher : Fremdheit und Nähe

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Joachim Fest am Schreibtisch seines Herausgeberbüros, 1981 Bild: Barbara Klemm

„Draußen redet alles über sein letztes Buch; es wird, nach der großen Hitler-Biographie, sein erfolgreichstes werden - und das auszusprechen heißt zu sagen: Im Tode bricht dieses Leben nicht ab“. Frank Schirrmacher über Joachim Fest: Ein Leben als Gegengeschichte.

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          Er lebte von 1926 bis 2006, achtzig Jahre lang, geboren beinahe noch im ersten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts, aufgewachsen in der Jahrhundertmitte, gestorben vor zwei Wochen; und während wir heute, in dieser Kirche, in der er selbst so häufig redete und Preise entgegennahm, seinen Tod betrauern, gibt er uns das letzte und womöglich bedeutendste Zeichen seiner Überlegenheit. Denn draußen redet alles über sein letztes Buch; es wird, nach der großen Biographie, sein erfolgreichstes werden - und das auszusprechen heißt zu sagen: Im Tode bricht dieses Leben nicht ab, es beginnt im Gegenteil neu, es beginnt die Erzählung seiner Kindheit und Jugend, eine Art geistiger Wiedergeburt, die ihm ähnlich sieht.

          Wir sehen das Foto, das ihn im Alter zeigt. Aber wo hätte es das gegeben, daß im Augenblick des Todes eines betagten Menschen ein ganz anderes Foto das aktuellere ist: jenes, das ihn mit Schultüte bei der Einschulung ins Leben zeigt, sein liebstes wie er sagte, das Hologramm gleichsam, das seinen Erinnerungen eingeprägt ist. Er hat es noch erlebt, daß seine Jugenderinnerungen die Menschen erreichten und bewegten; ihm war bewußt, daß ihm noch einmal etwas Großes gelungen war, und so gerne hätte man ihm, der die Buchmesse liebte, noch einmal den Triumphzug durch die Hallen gegönnt, der ihm unvermeidlich zuteil geworden wäre. Diese kleine Genugtuung hat ihm das Schicksal vorenthalten, aber sonst fast keine. Joachim Fest kehrt im Augenblick seines Todes zurück, kehrt als Zehnjähriger, als Fünfzehnjähriger zurück, er, der Hochzivilisierte und Vergeistigte, lärmt plötzlich als der nicht nur schöngeistige Rabauke, als den er sich schildert, durch unsere Vorstellungswelt und wie nebenher auch noch durchs Dritte Reich.

          Man schaut ganz anders hin: Der kleine Junge, dessen Vater von den Nationalsozialisten gedemütigt und auf den Tod bedroht wird, dieser Pennäler, der die Entwürdigung der familiären Autoritäten durch den Staat zunächst nichtbegreifend erlebt, aber die Drohung spürt und das Widerwärtige, dieser Junge ist nichts als ein Staubkorn für das Personal des Dritten Reichs. Jeder Hitlerjunge ist ihm überlegen - und doch wird er es sein, der sie später alle bannt, analytisch kontrolliert, der sie später alle bloßlegen und auch bloßstellen wird und ihre Geister durch das helle Licht des aufklärenden Verstandes vertreibt. Er wird allein durch die Kraft seines Verstandes und seiner Kunst ihnen allen die Macht nehmen, über die Nachwelt als Dämonen zu herrschen. Man sollte Respekt haben vor kleinen Jungen mit großen Schultüten; eines Tages können sie Diktatoren wie Käfer aufspießen.

          Hingerissenheit für das Schöne

          Sein empfindliches, fast verletzliches Gefühl für die Würde und deren gläserne Zerbrechlichkeit kommt ohne Zweifel aus der Erfahrung des gesellschaftlich ausgestoßenen Vaters. Man kann nur ahnen, was das für einen Jungen seiner Art bedeutete. Er mußte lernen, die Welt abzulehnen, und das ist ein schweres Unterfangen für ein Kind, das täglich nur von den Triumphen der anderen hört. Er mußte mit sechs, sieben, mit zehn Jahren lernen, daß die Welt, inklusive des damals fast von aller Welt verherrlichten Hitler, auf der falschen und diese kleine Karlshorster Familie mitsamt ihrem standhaften Vater aber auf der richtigen Seite war. „Wir stehen doch gemeinsam gegen die Welt“, sagt, den Tränen nah, der Heranwachsende zu seinem Vater, der ihm das Buch „Seemacht England“ zu Weihnachten schenkt und nicht die ersehnte „Kultur der Renaissance“. Er sagt es als Verschwörer.

          Seine Jugenderinnerungen sind in Wahrheit ein Buch über seinen Vater. Und um die Pointe dieses im Symbolischen so bewanderten Mannes ganz auszuziehen: Der achtzigjährige Sohn schreibt über den Vater und veröffentlicht das Buch im Verlag seines eigenen, halb so alten Sohnes. Das ist der letzte Triumph des Vaters gegen die Nationalsozialisten. Die Familie hat überstanden, die Familiengeschichte ist die Gegengeschichte zur Weltgeschichte. Man merkte noch dem fast achtzigjährigen Sohn die Verwunderung darüber an, wie es dem Vater gelang zu widerstehen, ohne die Familie zu zerstören. Das war die Inkubation, und sie erklärt, was dort gedieh: die Undurchdringlichkeit der Person und die Liebe zur Kunst.

          Kunst ist der einzige Ausweg, in Parallelwelten zu überleben und ein Selbstbewußtsein gegen die Welt zu entwickeln. In diesen Jahren wurde er zum Künstler. In diesen Jahren trainierte er sich beides an - die äußere Leidenschaftslosigkeit und Temperamentskontolle einerseits; die brennende, ganz jungenhafte Hingerissenheit für das Schöne andererseits. Sein literarischer Stil ist damals entstanden: von außen undurchdringbar und unangreifbar, aber nicht wegen einer Panzerung aus Angst und Aggression, sondern wegen seiner bis fast zum Äußersten getriebenen Perfektion. Damit sind seine Lebenslinien bezeichnet: das Unnahbare der Perfektion und des vom Vater eingelernten Scharfsinns; und dann der Rabauke, der Junge, der das Kaninchen des Nachbarn auf den höchsten Baumwipfel setzt, damit es mehr von der Welt sieht - das ist seine erstaunliche, manchmal grenzenzerrüttende Leidenschaft, seine Horst-Janssen-Seele.

          Selbsterfindung im Dritten Reich

          Das eine sind die großen Werke über Hitler und das Dritte Reich, über Thomas und Heinrich Mann, den 20. Juli und den „Untergang“. Dem Jungen aber, der er bis zuletzt bleibt, begegnet man in seinem Buch über Horst Janssen, auch dem Totentanzbuch, in seiner italienischen Reise „Im Gegenlicht“. Und wer ihn über diese Gegenstände sprechen hörte, sah den Jungen auch und seine nie zu ermüdende Leidenschaft. In jedem Augenblick hätte er sagen können: „Wir stehen doch gemeinsam gegen die Welt.“ Er war in mancherlei Hinsicht ein Hanno Buddenbrook. Ein Hanno, der überlebt hat; ein Hanno, der, anders als der literarische, seinen Weg zum Ausdruck gefunden hatte; einer, der nicht nur klimperte, sondern ein Werk schuf; einer, der melancholisch und verletzlich und leidenschaftlich und sehnsüchtig war und doch auch streng wurde und patriarchalisch und verschlossen. „Hannos Tod“ gehört nicht zufällig zu den Zeichnungen von Horst Janssen, die ihm die liebsten wurden. Er, der so bewundern und lieben konnte, er konnte auch verwerfen wie kaum ein anderer. Verwerfen, nicht verfluchen, wie es andere Patriarchen tun. Dann war ein Fluidum von Lautlosigkeit um ihn. Dann stand man nicht mehr gemeinsam gegen die Welt. Dann stand man außerhalb seiner Welt. „Fremdheit und Nähe“, dieser Titel eines seiner Bücher, kennzeichnet ihn und seine Verbindung zur Welt.

          Er hat sich in den Jahren des Dritten Reichs erfunden, und nur wenige werden gewußt haben, wie sehr. 1941 konnte niemand wissen, wie lange das Regime sich noch halten werde. Für einen ebenso ehrgeizigen wie begabten und gleichzeitig allem Anschein nach künstlerisch befeuerten Menschen wie ihn muß das Gefühl einer sozialen Deklassierung bedrückend gewesen sein. Seine Familie war nun, wie er in den Erinnerungen schreibt, der „Povertät“ anheimgefallen, der materiellen, aber auch der sozialen. Dennoch hat er sich nicht verpuppt, sondern damals schon gesammelt, regisitriert, mit seiner winzigen Handschrift das Vorübergehende fixiert.

          Wir sehen jetzt: Er hat die große Hitler-Biographie als eine Art Bildungsroman angelegt, freilich, um mit Thomas Mann zu sprechen, als einen verhunzten. Und nun sehen wir, wie er diesem Bildungsroman, der einen Adolf Hitler produzierte, seinen eigenen unterlegt. Hitler feierte Triumphe? Die Fests wurden vorsichtig. Hitler wurde im Ausland bewundert? Die Fests fingen an, Verschwörer um sich zu sammeln. Alle wollten mitmachen? Der Vater verbot sogar die Meldung zur Wehrmacht, selbst um den Preis, der SS zu entgehen.

          Uneingeholtes Jugendwerk

          Alles, was er seinen Kindern bieten konnte, war Licht, ein Licht, das er ihnen fast jedes Wochenende zeigte, draußen im „Westen“ wie er sagte, in Potsdam. Dann fuhren sie nach Sacrow zur Heilandskirche, bestaunten die Sichtachsen, die Grundrisse einer Gegenwelt. Wäre Joachim Fest damals an einem dieser Wochenenden die knapp fünfhundert Meter der damals so genannten Spandauer Landstraße Richtung Hämphorn heruntergewandert, dann hätte er den zwei Jahre jüngeren Klaus von Dohnanyi und dessen Vater Hans treffen können. Schicksale treffen sich im Unendlichen: Fünfhundert Meter - und der spätere Hitler-Biograph wäre im „Dritten Reich“ einem der Protagonisten des Staatsstreichs begegnet.

          Im ersten Jahrzehnt der jungen Bundesrepublik hat der Dreißigjährige zu reden begonnen; er hat allen geantwortet, den Schergen, Denunzianten und Mördern, Hitler, Himmler und Goebbels und ihren Mitläufern. Und er tat dies mit einer Präzision und Kraft, die seinerzeit nicht nur Hannah Arendt und Karl Jaspers höchsten Respekt abnötigte. „Das Gesicht des Dritten Reichs“, dem Vater gewidmet, ist bis heute trotz unzähliger neuer Faktenfunde uneingeholt. Hören wir ihn selbst, mit den berühmten Schlußsätzen dieses Jugendwerks:

          „Eine lange und elende Tradition der deutschen Geistesgeschichte, die sich neben ihren humanen Entwicklungen und schließlich zusehends dagegen zu behaupten wußte, ist in jene Erscheinung eingegangen, die wir Nationalsozialismus nennen - er hatte seine Geschichte, längst bevor es eine Geschichte des Nationalsozialismus gab. (...) Gewiß ist Hitler tot. Aber er war, trotz allem, zu groß, zu unverleugbar Symptom und Ergebnis spezifischer Fehlentwicklungen unserer Geschichte, zu sein ,in uns selbst', als daß das Vergessen eine angemessene Reaktion wäre. Der totalitäre Infekt überdauert in vielen, oft unscheinbar anmutenden Äußerungsformen die Phase seiner eigentlichen Wirksamkeit. Die weltweite politische Entwicklung der Nachkriegszeit hat dem deutschen Volk, zumindest in der Bundesrepublik, eine Schonzeit gewährt, in der es die Bewährungsprobe auf ein verändertes Bewußtsein noch nicht zu leisten hatte. Möglich ist immerhin, daß die nicht selten apologetisch ins Treffen geführte ,politische Vernunft' unseres Volkes nur der Reflex ,vernünftiger' Umstände ist. Die Antwort steht noch aus, doch wer wollte diejenigen tadeln, die ihr mit Besorgnis entgegensehen?“

          Ein leidenschaftlicher Journalist

          Solche Sätze kassieren auch das Bild des angeblich konservativ verstockten Literaten oder Publizisten. Wer so über ihn redete, wurde weder seinem Geist noch seinen Abgründen gerecht. Er liebte nicht nur Jacob Burckhardt und Thomas Mann, er liebte auch Gottfried Benn; dessen Melancholie natürlich, aber auch die antibürgerliche Bosheit. Er konnte die Gedichte und auch viele Briefstellen auswendig, und man findet manches von dieser Sprache an einigen Stellen der großen Hitler-Biographie wieder, etwa dort, wo er über den „Mummenschanz“ der Konservativen und ihrer untergehenden Welt redet.

          Er mochte die Superlative nicht und hatte ein Verfahren entwickelt, lobend nicht zu loben. Bis heute weiß ich nicht genau, wie er das geschafft hat. Ich erinnere mich nur, daß ein absoluter Lobhöhepunkt die Bemerkung war, er habe „Respekt vor der stilistischen und gedanklichen Bemühung“. Das war für Journalisten, die der Liebe, Zuwendung und des Lobs bedürfen wie kaum eine andere Berufsgattung, ungewöhnlich, als er 1973 in die Frankfurter Allgemeine Zeitung eintrat. Er war erst der zweite Feuilletonherausgeber dieser Zeitung und hat es zu dem gemacht, was es ist. Ein Mann von äußerster Liberalität, ein Förderer, ein Lehrer. Und außerdem, was allzuoft vergessen wird, ein leidenschaftlicher Journalist.

          Er liebte Scoops, er konnte sich diebisch an ihnen freuen, er hat selbst einige legendäre auf den Weg gebracht. „Weihnachten ohne Fernsehen“ beispielsweise, jenen von Michael Schwarze verfaßten, aber von niemand als Satire durchschauten F.A.Z.-Artikel, wonach die Bundesregierung unter Helmut Schmidt beschlossen habe, zur Stärkung des Gemeinschafts- und Familiengefühls Heiligabend und Weihnachten den Sendebetrieb des Fernsehens einzustellen. Den Aufruhr, den das damals auslöste, kann man sich heute nicht mehr vorstellen; es gingen waschkörbeweise Briefe ein, die bis zu Auswanderungs-, Mord-, und Selbstmorddrohungen reichten. Fest löste Debatten aus, die weit über den Radius einer Tageszeitung hinausreichten. Und weil er völlig unfähig zum Neid war, wurde er zum Förderer einer ganzen Generation. Er hat Zeit seines Lebens mit seiner Skepsis experimentiert, auch der Redaktion gegenüber, die er dadurch recht eigentlich erst erzog. Seine Disziplin und seine Haltung waren eben nicht nur einstudierte Umgangsformen - sie hatten sich im Werk manifestiert.

          Ein stilistisches Meisterwerk

          Um die Hitler-Biographie zu schreiben, ließ er sich Ende der sechziger Jahre faktisch entlassen. Wem immer er von seinem Vorhaben berichtete, riet ihm ab. Hitler sei kein Thema, kein Buch und eigentlich auch des Nachdenkens gar nicht wert.Dennoch ging er das Risiko ein, das auch ein wirtschaftliches war. Was daraus entstand, war nicht nur eine Biographie Adolf Hitlers, nicht nur eine Beschreibung der Deutschen in der ersten Jahrhunderthälfte; es war zugleich ein stilistisches Meisterwerk, dem man in der Tat - und hier kann man Golo Mann zitieren - nur den Essayisten Thomas Mann an die Seite stellen konnte.

          Oft hat er tagelang, wie er erzählte, nach dem einen treffenden Wort gesucht. Er hat, um auch Ernst Jünger zu zitieren, eines jener seltenen Werke geschrieben, die dem „Maßstab des großen Menschen“, das heißt: dem des Staates, angepaßt sind. Wer Hitler und das deutsche Volk waren, das werden die künftigen Repräsentanten des Staates, wie schon die heutigen, Fests Buch entnehmen können. Diese mehr als tausend Seiten sind in jeder Zeile von einer Stilsicherheit und Wortfindekraft, die ihresgleichen sucht; und wenn jemand, dann hätte er für sein sprachliches Können den Ehrennamen „Zauberer“ verdient, den einst Thomas Mann von seinen Kindern verliehen bekam. Der Titel - und ich zitiere jetzt Joachim Fest selbst - meinte nicht nur den großen Erzähler, sondern „zugleich den Menschen, hinter dessen Förmlichkeit etwas nicht Geheures steckte und der mit Karten spielte, in die er niemanden blicken ließ“.

          Der Vater, der die Literatur ablehnte und dem Sohn die „Buddenbrooks“ entriß und das halbgelesene Buch per Post an den Besitzer zurückschickte, weil Romane angeblich etwas für Dienstmädchen sind, ist die letzte Figur, die er aufrief. Im Vater ruft er auch all die Vaterfiguren auf, die ihn Zeit seines Lebens begleitet und gerettet haben, von Thomas Mann bis Gottfried Benn. Vor elf Jahren rezensierte Joachim Fest in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ den letzten Band der Tagebücher Thomas Manns, jene, die im Jahre 1955 abbrechen, weil das Leben des achtzigjährigen Schriftstellers abbrach. Fest war damals neunundsechzig Jahre alt, und er schrieb, wenn man das heute nachliest, zum erstenmal nicht nur aus der Perspektive kollegialer Seelen- und Werkanalyse, sondern aus der Perspektive kollegialen Mitleidens.

          „Wir werden steigen“

          Hören wir ihn selbst: „Jedenfalls fand er einige Genugtuung bei dem Gedanken, jenes bürgerliche Ethos von Arbeit, Ausdauer und Zu-Ende-Bringen bewahrt zu haben, das er an seinen bürgerlichen Kunst-Helden von Goethe bis Richard Wagner so gerühmt und als verwandtes Erbteil erkannt hatte. Nicht ohne Grund taucht in diesem Journal mehrfach die wehmütige Erinnerung an den Vater auf, der nicht mehr erleben konnte, daß aus seinem in die Literatur entlaufenen Sohn doch noch etwas Anständiges geworden sei (...) Ihm war die Ehrenbürgerschaft Lübecks angetragen worden, und obwohl Erika aufgebracht widersprach, hatte er sich zu der beschwerlichen Reise entschlossen und von biographischer Rundung gesprochen, dem ,Gedanken an Papa' und dem Recht des Alters zu sentimentalen Regungen: Er wollte zum Frieden kommen, womöglich auch die Märchen-Erfahrung wiederholen, von der er im Alter gern gesprochen hat: die Umkehrung einstigen Außenseitertums und des Überworfenseins mit der Welt in Jubel und Devotion.“

          Joachim Fest ist tot, aber das, was er geistig tat, kann nicht widerrufen werden. Es steht da und wächst, seit dieser junge Mann dort in Berlin irgendwann Mitte der fünfziger Jahre den Entschluß faßte, das „Gesicht des Dritten Reichs“ zu schreiben. Damals schrieb ein anderer Berliner, einer, den er bewunderte und den er sogar einmal getroffen hat, auf dem Sterbelager seinen letzten Brief, wenige Zeilen nur, die auch nicht widerrufen werden können. Gottfried Benn an Oelze, heute vor fast genau fünfzig Jahren: „Jene Stunde wird keine Schrecken haben, seien Sie beruhigt, wir werden nicht fallen, wir werden steigen.“

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