https://www.faz.net/-gqz-6px2y

Geburtstag : Genial und unberechenbar - Hollywoodstar Jack Nicholson wird 65

  • -Aktualisiert am

Jetzt im Rentenalter: Jack Nicholson Bild: AP

Mit drei Oscars und zwei Golden Globes gehört er zur ersten Garde der Darsteller Hollywoods. An diesem Montag wird Jack Nicholson 65 Jahre alt.

          2 Min.

          Er wollte nie der typische Hollywood-Held sein: Jack Nicholson spielte, wann immer er konnte, rebellische Figuren, die in ihrer Selbstüberschätzung von der Realität eingeholt werden. Kritiker meinen, dass er dieser Rollenwahl viel von seinem Erfolg verdankt. Mit drei Oscars und elf Oscar-Nominierungen, dazu unter anderem zwei Golden Globes und einem Grammy gehört Nicholson, der am Montag 65 Jahre alt wird, zur ersten Garde der Darsteller Hollywoods.

          Dabei war der junge Mann dort im Alter von 18 Jahren nur mit dem Schulabschlusszeugnis in der Tasche eingetroffen und hatte sich bei Metro Goldwyn Mayer als Laufbursche verdingt. Zehn Jahre lang mühte er sich, in der Filmstadt Fuß zu fassen, und schrieb nach mehreren schauspielerischen Misserfolgen vor allem Drehbücher um. Oder er rettete Produktionen wie etwa 1969, als bei „Easy Rider“ ein Darsteller ausfiel. Nicholson war zur Stelle, übernahm die Rolle des Alkoholiker-Anwalts und stach auf dem Rücksitz der Harley Davidson die beiden eigentlichen Stars Dennis Hopper und Peter Fonda aus.

          Aggressiv und selbstironisch

          Nach diesem Film wurde Hollywood auf Nicholson aufmerksam. Er sah nicht sonderlich gut aus, konnte aber so diabolisch grinsen wie kaum ein anderer. Seine Aggressivität würzte er mit einer Prise Selbstironie, die ihn dem Publikum sympathisch machte. Für seine Rolle als Insasse einer Irrenanstalt, der das System durchschaut, erhielt Nicholson 1976 den Oscar als bester Hauptdarsteller, und „Einer flog übers Kuckucksnest“ wurde zum besten Film des Jahres.

          Roman Polanski gab dem Schauspieler die Hauptrolle in „Chinatown“ (1974), und damit war er endgültig als einer der ganz Großen Hollywoods etabliert. In Stanley Kubricks Horrorfilm „The Shining“ spielte Nicholson 1980 einen Wahnsinnigen, der seine Familie umbringen will. Es war ein kommerzieller Misserfolg, aber die Leistung des Hauptdarstellers wurde anerkannt. Einen weiteren Oscar- Preis erhielt er 1984 für „Terms of Endearment“, diesmal für eine Nebenrolle. Dabei hatte der trunk- und sexsüchtige ehemalige Astronaut, den er gab, eigentlich zentrale Bedeutung für Shirley MacLaine, die für ihren Part als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.

          Als Star für Mindestgage gearbeitet

          In „Prizzi's Honor“ spielte Nicholson dann einen eher komischen als bedrohlichen Mafia-Killer. Den Oscar bekam diesmal seine Partnerin Angelica Huston, im wirklichen Leben über viele Jahre lang seine Geliebte. In „The Crossing Guard“ (1995) stellte sich der sonst hoch bezahlte Star dem Regisseur Sean Penn für die gewerkschaftlich vorgeschriebene Mindestgage von knapp 500 Dollar pro Woche zur Verfügung und festigte damit in Hollywood seinen Ruf des Unberechenbaren.

          Obwohl Nicholson oft das Ekel gespielt hatte, war er in keiner Rolle so fies wie als menschenfeindlicher Zwangsneurotiker und Erfolgsschriftsteller Melvin, den die Liebe zu einer Kellnerin (Helen Hunt) krönt. Die Glanzrolle in „Besser geht's nicht“ brachte ihm seinen dritten Oscar ein, seinen zweiten als bester Hauptdarsteller. Auch Hunt wurde mit einem Oscar belohnt.

          Familienwirren

          Sein Verhältnis zu Frauen hat Nicholson manchmal mit seiner Herkunft erklärt. Der gefeierte Hollywood-Star stammt aus dem ärmlichen Küstennest Neptune im US-Bundesstaat New Jersey. Erst mit 37 Jahren erfuhr er, dass seine kleinbürgerlichen Eltern eigentlich seine Großeltern waren. Seine Mutter, die im selben Haushalt lebte, hatte er bis dahin für seine große Schwester gehalten. Zwei Väter kamen in Frage - er hat keinen von beiden kennen gelernt. Er selbst hat drei Kinder, eine erwachsene Tochter aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Sandra Knight und zwei weitere Kinder aus einer Verbindung mit Rebecca Broussard.

          Weitere Themen

          Künstler isst 120.000 Dollar teure Banane Video-Seite öffnen

          Festnahme : Künstler isst 120.000 Dollar teure Banane

          Auf der Art Basel in Miami hat ein Performance-Künstler eine an die Wand geklebte Banane aufgegessen, die ein Werk des Italieners Maurizio Cattelan und bereits für einen sechsstelligen Betrag verkauft worden war.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.