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Galerien : Das unnormalste Geschäft der Welt: Der Bundesverband Deutscher Galerien feiert dreißigsten Geburtstag

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Dokument zur Gründungsversammlung des B(V)DG am 1. September 1975 Bild: ZADIK

Zwei Galeristen, der alte Hase Hein Stünke und der junge dynamische Rudolf Zwirner, gründeten Im Jahr 1966 - in den denkbar schlechtesten Zeiten des deutschen Handels mit moderner Kunst - den „Verein progressiver deutscher Kunsthändler“, der zur Keimzelle des heutigen BVDG werden sollte. Dessen 30. Geburtstag gibt Anlaß für eine Bilanz und einen Blick nach vorn.

          „Unser Jeschäft hat einen Nimbus, und den jefährden Se, wenn Se über't Jeschäftliche schreiben.“ Der Kunsthandel sei „dat unnormalste Jeschäft der Welt“, so bekannte im Jahr 1965, offenherzig und selbst erstaunt über die unvergleichliche Eigenart ihrer Tätigkeit, die Kölner Kunsthändlerin Aenne Abels dem Kunstkritiker und Begründer des „Kunstkompasses“, Willi Bongard.

          In Bongards Augen war „Das Geschäft mit der Kunst“, das er in einer gleichnamigen Reihe von Artikeln für die Wochenzeitung „Die Zeit“ analysierte, „der rückständigste und unbeweglichste Handel, den man sich überhaupt vorstellen kann. Die Galerien bedienen sich fast ausnahmslos mittelalterlicher - um nicht zu sagen steinzeitlicher - Vertriebs- und Werbemethoden, die jedem modernen Einzelhandelskonzept und allen Prinzipien des Marketing hohnsprechen. Der Dilettantismus, mit dem das Galeriegeschäft heute in der Regel noch betrieben wird, spottet alles in allem jeder Beschreibung.“

          So konnte es nicht weitergehen, dachten damals aus einer etwas anderen Perspektive heraus auch Hein Stünke und Rudolf Zwirner, als sie im Jahr 1966, in den denkbar schlechtesten Zeiten des deutschen Handels mit moderner Kunst, den „Verein progressiver deutscher Kunsthändler“ gründeten, der zur Keimzelle des heutigen BVDG werden sollte. Zwar suchten sie vordringlich nach Möglichkeiten, über die Förderung junger deutscher Künstler, die Erschließung und Betreuung eines neuen Sammlerpublikums und die Erprobung einer neuen Form des Kunsthandels in Gestalt der Kunstmesse den nationalen Markt wiederzubeleben, aber auch ihnen ging es um eine grundsätzliche Professionalisierung des Galeristenhandwerks. Diese anzuregen und auszugestalten, brachten der alte Hase Stünke und der junge dynamische Zwirner aus ihren eigenen Karrieren und in wechselseitiger Ergänzung die besten Voraussetzungen mit.

          Verleihung des jährlichen Kunstpreises an Arnold Bode 1975

          Hein Stünke, der erfahrene Galerist und Verleger, Mitglied des documenta-Rats und Mittelpunkt eines Zirkels bedeutender Künstler, Kunstfachleute und Kunstsammler, vereinte eine Vielzahl der beruflichen Kernkompetenzen. Für ihn und seine Frau Eva, eine promovierte Kunsthistorikerin, war die Galerie einer der zentralen sozialen Orte des Kunstsystems, dessen komplexes Beziehungsgeflecht die Stünkes früh durchschauten und geschickt mit zu knüpfen wußten. Stünkes Galerie „Der Spiegel“ war nicht nur ein Ausstellungsraum, sondern auch ein Diskursraum, ein Raum, in dem Bedeutung generiert und transferiert werden konnte, vor allem aber ein artgerechter Lebensraum für die besondere Spezies der Kunstliebhaber, in dem sich immer wieder etwas anderes ereignete.

          Ein segensreicher Zusammenschluß

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