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Der Fußball und das Geld : Die große Übernahme am persischen Golf

Übergroß: Für die Weltmeisterschaft in Qatar entworfener Ball vor dem FIFA-Hauptquartier in Zürich Bild: picture alliance / Pressebildagentur ULMER

Mit dem Schlusspfiff des Finales am 18. Dezember wird nichts enden. Die Qatar-Ära fängt erst richtig an. Wie Mächtige am Persischen Golf die WM und den ganzen Fußball kontrollieren.

          12 Min.

          Wann hat das alles begonnen? Vielleicht vor vierzig Jahren, als der Scheich auf dem Platz stand. Die Europäer konnten ihn nicht mehr übersehen. Fußball-Weltmeisterschaft in Spanien, 21. Juni 1982. Vorrunde in Valladolid, Frankreich gegen Kuwait. Scheich Fahd al-Ahmad al-Dschabir al-Sabah aus Kuwait unterbricht das Spiel. Das Tor, das Alain Giresse eben, in der 81. Minute, geschossen hat, das vierte der Franzosen, akzeptiert al-Sabah nicht. Seine Spieler seien durch einen Pfiff abgelenkt gewesen. Der sowjetische Schiedsrichter nimmt es zurück.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Bei Weltmeisterschaften wurde schon Tor gegeben, obwohl der Ball nicht hinter der Linie war – England gegen Deutschland, Wembley 1966. Es wurde Tor nicht gegeben, obwohl der Ball hinter der Linie war – England gegen Deutschland, Bloemfontein 2010. Aber ein gegebenes Tor, das der Schiedsrichter zurücknimmt, weil ein Spross eines Herrscherhauses vom Persischen Golf danach verlangt – einzigartig. Bis heute. Bis zur Weltmeisterschaft 2022, die am 20. November eröffnet werden wird. In Qatar, von einem Herrscher am Persischen Golf. Von Emir Tamim bin Hamad Al Thani. Die ganze Welt kann ihn nicht übersehen.

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