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Medien-Meldungen : Funke geht, bei Springer fliegen Fetzen

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Die Verlegerin der Funke Mediengruppe, Julia Becker. Bild: picture alliance/dpa

Die Funke Mediengruppe ist tatsächlich aus dem Bundesverband Zeitungsverleger und Digitalpublisher (BFZV) ausgetreten. Im Vorstand von Spirnger hat es gekracht. Und bei SWR ist jetzt alles „Kultur“.

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          Funke bleibt draußen

          Die Funke Mediengruppe hält an ihrem Rückzug aus dem Zeitungsverlegerverband BDZV fest. Man habe „den von uns angestoßenen Reformprozess im BDZV konstruktiv und engagiert begleitet“ und freue sich „über manche Fortschritte“. Doch erscheine es verfrüht, „zurzeit eine neue Mitgliedschaft zu beantragen“. Im Frühjahr war bekannt geworden, dass Funke die Mitgliedschaft kündigen wollte. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) teilte mit, Funke werde im kommenden Jahr nicht mehr Mitglied sein. Die Mediengruppe zählt zu den großen Verlagen in Deutschland und hat zahlreiche Regionalzeitungen im Portfolio, darunter die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ und das „Hamburger Abendblatt“. Der BDZV hatte in den vergangenen Monaten eine Strukturveränderung mit einem Umbau an der Spitze begonnen. Im Mai hatte der Verbandspräsident und Springer-Chef Mathias Döpfner mitgeteilt, er gebe sein Amt im Herbst in neue Hände. Er begründete seinen Schritt unter anderem mit dem Wachstum Springers in den USA. Davor hatte es im Verband Unruhe und öffentlich geäußerte Kritik an Döpfner bis hin zu Rücktrittsforderungen gegeben. Funke zählte zu den Kritikern.

          Vorstandskrach bei Springer

          Im Springer-Vorstand hat es gekracht. Ulrike Handel, die am 1. Mai das Ressort „News Media National“ übernommen hatte, verlässt das Medienhaus schon wieder, zum 31. Dezember. Warum, das verriet der Aufsichtsratsvorsitzende Ralph Büchi: Man trenne sich „aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über Ausrichtung und Struktur des Bereichs“. Handel wollte die Marken „Welt“ und „Bild“ wohl noch enger zusammenbringen. Stattdessen werden sie nun als eigenständige Einheiten geführt, mit jeweils eigenem Chef. Für die „Bild“-Gruppe übernimmt Claudius Senst den Job, für die „Welt“-Gruppe Carolin Hulshoff. Die beiden berichten an den Springer-Chef Mathias Döpfner, der im Vorstand auch die Verantwortung für die Markengruppen „Bild“ und „Welt“ übernimmt. Im Vorstand sitzen neben ihm Jan Bayer als stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Julian Deutz als Vorstand Finanzen und Classifieds Media und Niddal Salah-Eldin als Vorstand Talent & Culture.

          Alles Kultur beim SWR

          Der Südwestrundfunk bündelt seine Kulturinhalte unter der Marke „SWR Kultur“. „SWR-Inhalte, von Hoch- bis Popkultur, von regional bis national, sind ab jetzt unter einem neuen Absender mit einem wiedererkennbaren Design zusammengefasst“, teilte der Sender mit. In einem ersten Schritt seien der Facebook- und der Instagram-Kanal von SWR2 umbenannt und inhaltlich neu gestaltet worden. SWR-Intendant Kai Gniffke sagte: „Der SWR ist der Spiegel einer vielfältigen Kulturlandschaft im Südwesten.“ Durch den neuen Absender erleichtere der SWR den Nutzerinnen und Nutzern den Zugang zu Kulturinhalten. SWR-Programmdirektorin Anke Mai ergänzte, dass der SWR mit der neuen Marke Vielfalt der Themen und der Menschen abbilden und „mit dem Vorurteil des elitären Elfenbeinturms aufräumen“ wolle. SWR Kultur soll auf Angebote im Fernsehen und im Radio ausgedehnt werden. Im ersten Halbjahr 2023 ist eine neue Kultursendung im SWR-Fernsehen geplant. Anfang 2024 wird der Kultur-Radiosender SWR2 in SWR Kultur umbenannt, „ohne jedoch sein spezifisches Profil zu verlieren“, hieß es vom SWR.

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