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Junge Klimabewegung : Alles muss man selber machen

  • -Aktualisiert am

Katastrophenvergegenwärtigung? Das jedenfalls ist erledigt. Demonstration von Fridays for Future im September 2021 in Berlin, in der Mitte Schulstreik-Erfinderin Greta Thunberg, links Luisa Neubauer, Sprecherin der Bewegung in Deutschland. Bild: Visum

Fridays for Future ruft wieder zum Globalen Klimastreik – zu sagen, die Bewegung habe den Höhepunkt überschritten, ist falsch gedacht.

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          Als es noch etwas Neues war, dass junge Menschen statt zur Schule plötzlich auf Demons­trationen gingen, und die Aufregung darüber groß, sagte Winfried Kretschmann, Ministerpräsident in Baden-Württemberg, das könne aber nicht ewig so weitergehen. An diesem Freitag – keine Ewigkeit, aber mehr als drei Jahre später – ruft Fridays for Future wieder zum Globalen Klimastreik, dem elften. Ob es unerhört ist, dass Schüler während der Schulzeit fürs Klima streiken, beschäftigt kaum noch jemanden, die Frage, wie lange das noch weitergeht, aber schon. Fridays for Future habe die Anziehungskraft verloren, heißt es, die Demonstration als immergleiches Mittel des Protests ausgedient. Bei Klimaaktivismus denken viele jetzt eher an junge Leute, die sich auf Autobahnen festkleben.

          Petra Ahne
          Redakteurin im Feuilleton.

          Zum Globalen Klimastreik im September 2019 kamen in Deutschland 1,4 Millionen Menschen, an der Zahl wird sich die Klimabewegung für immer messen lassen müssen. Beim bislang letzten Streik im März diesen Jahres waren es noch Zehntausende. Es wäre eine Überraschung, würden es an diesem Freitag deutlich mehr. Die Menschen sorgen sich jetzt noch um andere Dinge. Die Protestforschung zeigt auch, dass es sozialen Bewegungen nie gelingt, das Protestpotential auf einem einmal erreichten sehr hohen Niveau zu halten. Nur weil Fridays for Future schon mal viel mehr Menschen auf die Straßen gebracht hat, geht es noch nicht gleich zu Ende mit der Bewegung. Aber es zeigt, dass sie sich weiterentwickeln muss. Was sie auch schon tut.

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