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Französischer Philosoph : Michel Serres ist tot

  • Aktualisiert am

Michel Serres, der französische Philosoph, verstarb am 01.06.2019. Bild: Frank Röth

Er galt als Universaldenker und überschritt Wissenschaftsgrenzen. Zu seinen letzten Büchern gehörte eine „Liebeserklärung an die vernetzte Generation“. Jetzt ist Michel Serres im Alter von 88 Jahren gestorben.

          Der französische Philosoph Michel Serres ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 88 Jahren, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seine Verlegerin Sophie Bancquart berichtete.

          Serres’ Tod löste in Frankreich Trauer und Betroffenheit aus. Der für Bildung verantwortliche Minister Jean-Michel Blanquer würdigte den Philosophen auf Twitter mit den Worten: „Sein Denken über die Bildung wird uns weiter beeinflussen (...)“. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire teilt ebenfalls via Twitter mit:„Sein schelmisches Lächeln wird uns fehlen.“ 

          Serres schrieb mehr als 50 Bücher, viele davon sind in Deutschland erschienen. In „Das eigentliche Übel“ geht es ihm um die schmarotzerhafte Aneignung der Welt durch den Menschen. In „Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation“ fordert er dazu auf, den technologischen Wandel als Chance zu nutzen, um alles neu zu erdenken – angefangen vom Bildungssystem bis zur Gesellschaft.

          Für sein Denken erhielt der Philosoph 2012 unter anderem den deutschen Meister-Eckhart-Preis. Die Begründung lautete damals: „Brillante Einsichten in die Strukturen unseres Denkens.“

          Das globale Inferno abwenden

          Serres galt als Universaldenker und überschritt dabei Wissenschaftsgrenzen. Nur wenn die Menschen lernten, über ihren eigenen Tellerrand zu blicken, sei das globale Inferno noch abwendbar, hatte Serres in Büchern und Interviews gemahnt.

          Der Philosoph stammte aus dem südwestfranzösischen Agen. Als junger Erwachsener trat er in die Marineschule in Brest ein, dann begann er mit dem Studium der Philosophie und wurde 1969 Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Pariser Sorbonne.

          Im Jahr 1984 begann er zudem an der Stanford University im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien zu unterrichten. Als Vermittler zwischen den Wissenschaften wurde er 1990 in die Académie française aufgenommen, Frankreichs bedeutendster Gelehrtengesellschaft.

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