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Édouard Louis im Porträt : Diese Realität nennt sich Armut

Édouard Louis spielt Édouard Louis. Dafür steht er auf der Bühne des Théâtre de la Ville in Paris, das mit der Schaubühne in Berlin kooperiert. Bild: Jean-Louis Fernandez

Der Franzose dominiert mit seinen Texten die Spielpläne der deutschsprachigen Theater. Warum ist er in seinem Heimatland verhasst, aber im Ausland so beliebt?

          5 Min.

          Édouard Louis sitzt allein auf der Bühne. Im Hintergrund sind die zerfallenen Häuser seiner nordfranzösischen Geburtsstadt Hallencourt auf eine Leinwand projiziert. Kurze Zeit später flackern Kinderfotos auf. Er schaut nachdenklich in die Menge. „Emmanuel Macrons Regierung nimmt den ärmsten Franzosen fünf Euro pro Monat weg. Sie sagen, fünf Euro seien unerheblich. Sie haben keine Ahnung.“ Louis spielt Louis in der Berliner Schaubühne. Er rezitiert seinen eigenen Monolog „Wer hat meinen Vater umgebracht?“. Heute Abend findet die Premiere statt. Noch eine Premiere.

          Kevin Hanschke
          Volontär.

          Die Texte kaum eines anderen französischen Autors werden momentan am deutschsprachigen Theater so oft aufgeführt wie die von Édouard Louis. Insbesondere sein autobiografischer Essay „Wer hat meinen Vater umgebracht?“, der sich mit der sozialen Frage, seiner Emanzipation als homosexueller Mann und den körperlichen Gebrechen der Arbeiterschicht auseinandersetzt, prägt die Spielpläne.

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