Französische Zustände :
Krippen des Widerstands

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Muslims im Pariser Alltag: Aber an ihm orientieren sich die Scharfmacher gerade nicht
Ein Bestseller trägt den Titel „Der französische Selbstmord“, seinen Autor hatte man im Verdacht, die Deportation der Muslime gefordert zu haben, und um Weihnachtskrippen wird auch gestritten: In Frankreich tobt ein rhetorischer Religionskrieg.

Werden die Muslime demnächst aus Frankreich deportiert, wie es der Essayist Eric Zemmour angeblich fordert haben soll? Sie wissen selbst nicht so recht, ob sie sich ärgern oder freuen sollen. Denn in der unsäglichen Konkurrenz der Opfer, die das Verhältnis der Minderheiten in Frankreich untereinander und gegenüber dem Staat prägt, steht die Deportation für eine Anerkennung, wie sie sich die fanatischsten Fundamentalisten nicht schöner vorstellen konnten. Seit dem 11. September 2001 ist Frankreich ein Nebenschauplatz des Nahostkonflikts und von tödlichen Attentaten auf seine jüdischen Mitbürger nicht verschont geblieben. Im Ausland sind die Dschihadisten im Krieg gegen Frankreich bei der Auswahl ihrer Opfer weniger wählerisch: auch Katholiken dürfen es sein.

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