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Ludwig-Börne-Preis : Frankfurts Kulturdezernentin distanziert sich von Preisträger Eric Gujer

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Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, ist der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises ferngeblieben. Als Protest gegen Preisträger Eric Guyer. Nun fordert sie ein neues Vergabeverfahren.

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          Was haben Ludwig Börne und der diesjährige Träger des nach diesem benannten Preises, Eric Gujer, gemeinsam? Für Michael Gotthelf, Vorsitzender der Ludwig-Börne-Stiftung, ist es die kritische Distanz, der Blick von außen. Dass der Chefredakteur der „Neuen Zürcher Zeitung“ eine ganz eigene Sichtweise auf Deutschland hat, bestreitet wohl niemand, doch längst nicht alle sind mit der Vergabe des Preises an Gujer einverstanden. Nun distanziert sich Frankfurts Kulturdezernentin, Ina Hartwig, von der Preisverleihung und von der Laudatio des Schriftstellers Leon de Winter. „Im Falle der Lobrede auf den Preisträger ebenso wie beim Werk des Preisträgers selbst ist die Übereinstimmung mit dem Geist Ludwig Börnes wenigstens fragwürdig“, teilte Hartwig jetzt mit.

          Hartwig war der Preisverleihung am Sonntag in der Paulskirche ferngeblieben. Aus Protest gegen die Wahl des Preisträgers. Gujer stehe für einen nationalkonservativen Diskurs und nicht in der Tradition der demokratischen Verständigung Börnes, heißt es aus dem Büro der Dezernentin. Hartwig sitzt allerdings im Vorstand der Ludwig-Börne-Stiftung. Das Gremium hatte Leon de Winter ohne Gegenstimme zum diesjährigen Preisrichter ernannt. Dass der langjährige NZZ-Autor den Preis an Gujer vergibt, lag im Bereich des Möglichen. Nachdem de Winters Entscheidung bekannt gegeben wurde, habe Hartwig, so ihr Sprecher, bei Gotthelf ihr Unbehagen geäußert.

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