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Frankfurter Buchmesse : Start mit „guter Stimmung“ und Ausstellerrekord

  • Aktualisiert am

Gute Stimmung vor der Buchmessen-Eröffnung am Dienstagabend Bild: dpa

Vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am Dienstagabend verbreiten steigende Verkaufszahlen gute Stimmung in der Branche. Auch die Zahl der Aussteller ist gestiegen: 7448 (Vorjahr: 7272) präsentieren bis zum Sonntag 391.652 Bucht-Titel.

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          Steigende Verkaufszahlen haben zu Beginn der Frankfurter Buchmesse die Stimmung der Branche beflügelt. „Nach negativen Umsatzzahlen hat sich die Buchbranche wieder gefangen“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, am Dienstag vor der Eröffnung der weltgrößten Bücherschau.

          In den ersten drei Quartalen 2007 habe der Umsatz um mehr als vier Prozent zugelegt. Eine Konjunkturumfrage habe ergeben, dass 40 Prozent der Buchhändler ihre Umsatzentwicklung in diesem Jahr besser einschätzten als im Vorjahr. „Die Stimmung in der Branche ist gut.“

          Digitalisierung als brennendes Thema

          Die weltgrößte Bücherschau, die am Dienstagabend offiziell eröffnet werden sollte, wird erneut mit Rekorden starten. 7448 Aussteller (Vorjahr: 7272) präsentieren bis zum Sonntag auf rund 172.000 Quadratmetern 391.652 Titel (382 466), davon 121.267 Neuerscheinungen (111.913), wie Buchmessen-Direktor Juergen Boos berichtete. Er erwartet mehr als 280.000 Besucher. 11.000 Medienvertreter sind angemeldet. Ehrengast ist die katalanische Kultur.

          Will keine Event-Messe: Buchmessendirektor Jürgen Boos
          Will keine Event-Messe: Buchmessendirektor Jürgen Boos : Bild: dpa

          Katalonien ist die wirtschaftsstärkste Region Spaniens und hat eine eigene Sprache. Die Buchmesse sei „die bedeutendste Ansammlung von Gedanken und Ideen“, Erkenntnissen und Erfahrungen, kurz von „Inhalten aller Art an einem Ort“, sagte Boos. Eines der brennendsten Themen der Buchbranche und ein Hauptthema der diesjährigen Messe ist die Digitalisierung. „Für die Verlagsbranche ist es mehr denn je an der Zeit, sich der Marktveränderung zu stellen und sich fit zu machen für die digitale Zukunft des Publizierens“, mahnte Boos.

          Buchmesse keine Eventmesse

          Die Buchmesse bekomme zudem eine immer größere Bedeutung als politische Plattform. Frankfurt sehe es als eine wichtige Aufgabe an, einen Beitrag zu leisten zur Alphabetisierung, zum Dialog der Kulturen und zur Verteidigung der Freiheit des Wortes. „Die Zeiten, in denen die Buchmesse als 'Eventmesse' wahrgenommen und genutzt wurde, scheinen vorbei“, sagte Boos. Diese Erfahrung decke sich auch mit den Beobachtungen von Buchhändlern und Verlegern. Sie registrierten einen wachsenden „Trend zu subtanziellen Büchern“.

          Boos bedauerte, dass die auf Spanisch schreibenden Autoren Kataloniens sich bei der Ehrengast-Präsentation auf der Buchmesse nicht beteiligen wollten: „Ich finde es schade, dass wir nicht die gesamte Vielfalt der katalanischen Kultur hier haben.“ Er gehe aber davon aus, dass einige der nicht vertretenen Autoren trotzdem nach Frankfurt reisen werden. Die Gründe für die Absagen lägen irgendwo zwischen Nationalismus, regionalen Streitigkeiten, individuellen Eitelkeiten und dem Wunsch, die Bühne weniger bekannten Autoren zu überlassen, sagte Boos.

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